Gegenparteirisiko bei Silber offengelegt

Dass TD Securities Silber leerverkauft hat und dabei nicht nur einmal, sondern zweimal Verluste erlitt, weist auf ein wachsendes Gegenparteirisiko hin, und zwar nicht nur bei Silberkontrakten, sondern auch bei Gold. Es wird weitere Fälle geben.

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In dieser Woche stieg Gold langsam, aber stetig, während Silber seinen kometenhaften Anstieg fortsetzte. Im Vormittagshandel in Europa lag Gold mit 4.606 US-Dollar um 100 US-Dollar über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, Silber mit 90,75 US-Dollar um 10,85 US-Dollar. 

Aus technischer Sicht befindet sich Gold in einem klassischen Bullenmarkt: Der Preis steigt bei zunehmendem Open Interest an der Comex, wie die folgende Grafik zeigt:

Eine Grafik zu Goldpreisen

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Es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit, bis die Vermögensverwalter-Gemeinschaft sich anschloss. Sie waren bis zum 2. Dezember Nettoverkäufer von Kontrakten, als das Open Interest auf rund 418.000 Kontrakte zurückging; da war der Preis bereits auf über 4.100 US-Dollar gestiegen. Erst jetzt steigen Momentum-Trader und diverse Spekulanten ein und treiben das Open Interest laut den vorläufigen Zahlen von gestern auf 535.000 Kontrakte. Darin enthalten sind jedoch auch die übrigen meldepflichtigen und nicht meldepflichtigen Kategorien.

Nach den letzten COT-Zahlen (6. Januar) beteiligte sich das Managed Money, bei dem es sich hauptsächlich um Hedgefonds handelt, noch immer nicht wirklich, wie die nächste Grafik zeigt:

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Vermutlich sind professionelle Anleger entweder verwirrt oder jagen weiterhin Technologieaktien nach. Entscheidend ist jedoch: Sobald sie verstehen, was bei Gold vor sich geht, wird sich ein Short Squeeze ernsthaft entwickeln. 

Vorerst lässt sich sagen, dass sich dieses Geschehen überwiegend bei Derivaten abspielen wird, da Hedgefonds fast ausschließlich damit handeln und kaum je physisches Metall anfassen. Dieser Ansatz birgt jedoch eine zunehmende Gefahr, die sich aus den Vorgängen bei Silber ergibt.

Londoner Terminkontrakte werden in einem Markt mit sehr geringer Liquidität in bar abgewickelt. Die gesamte Lage ist für diejenigen, die auf der falschen Seite stehen, äußerst gefährlich. Kitco News berichtete, dass Händler von TD Securities Silber bei 78 US-Dollar mit einem Kursziel von 40 US-Dollar leerverkauft hatten und bei 92 US-Dollar ausgestoppt worden wären. Dies folgt auf einen früheren Leerverkauf im Oktober, als die Preise über 50 US-Dollar stiegen und der Handel mit einem Verlust von 2,4 Mio. US-Dollar beendet wurde.

Wir können sicher sein, dass TD Securities nicht allein damit ist, Silber völlig falsch eingeschätzt zu haben. Es liefert uns aber einen Hinweis darauf, warum nur sehr wenige Marktteilnehmer Silber-Futures kaufen: Sie verstehen schlicht nicht, was vor sich geht, und fürchten, es völlig falsch einzuschätzen. Unsere nächste Grafik verdeutlicht, dass Anleger den Silberhandel meiden:

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Das Open Interest von 150.000 ist niedrig und hat sich seit Mitte November kaum bewegt, obwohl sich der Silberpreis seither nahezu verdoppelt hat. Finanzspekulanten verstehen dies nicht, weil es sich um eine Rohstoff- und nicht um eine Finanzgeschichte handelt: Über Jahrzehnte wurde Silber dadurch gedrückt, dass China den Preis niedrig hielt, während der US-Dollar, in dem es gehandelt wird, an Kaufkraft verlor. Das Ergebnis musste früher oder später explosiv sein.

Es geht nicht nur um Silber und Platingruppenmetalle, sondern um den gesamten Rohstoffkomplex einschließlich Rohmaterialien und Agrarprodukten. Auch Industriemetalle werden grundlegend neu bewertet, wie Kupfer zeigt:

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Tatsache ist, dass die Rohstoffe insgesamt den Kaufkraftverlust des US-Dollars nachholen. Bei Silber löst dies eine Liquiditätskrise aus, da Industrieanwender zunehmend in Panik geraten und an den Finanzmärkten die Lieferung physischen Metalls verlangen, und das zu einer Zeit, in der die Raffinerien voll ausgelastet Gold verarbeiten. An der Comex wurden seit Januar vergangenen Jahres 16.688 Tonnen Silber zur Lieferung gestellt. Und für London besagen KI-generierte Informationen:

„Ende September 2025 beliefen sich die gesamten in LBMA-Tresoren gelagerten Silberbestände auf 24.581 Tonnen (rund 790 Millionen Feinunzen), doch nur etwa 4.821 Tonnen (rund 155 Millionen Feinunzen) waren im „Free Float“ bzw. in der Kategorie nicht zugeteilter, lieferfähiger Bestände für den sofortigen Handel oder die sofortige Lieferung verfügbar.“

Das war zu einer Zeit, als der Silberpreis mit 45 US-Dollar noch unter den historischen Höchstständen von 50 US-Dollar lag. Seitdem hat er sich verdoppelt, und Häuser wie TD Securities wurden hart getroffen. Diese Geschichte dürfte sich verschärfen und das Risiko eines Ausfalls von Gegenparteien offenlegen, was sich auf Goldkontrakte auswirken wird, da Händler Positionen in beiden Kontrakten halten.

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