Das ständige Gerede über die fehlende Rendite von Gold, die es nach Ansicht vieler Analysten als erstrebenswerte Anlage disqualifiziert, ignoriert die sehr wichtige und überaus wertvolle Funktion, die Gold als unabhängiger und verlässlicher Wertspeicher erfüllt.
Ersparnisse und Liquidität haben einen Wert, besonders in unsicheren Zeiten, und das gilt auch für Versicherungen. Gold ist Geld, und es ist zugleich eine Versicherung gegen das Scheitern des Papiergelds. Was ist es wert, Ihr hart verdientes Vermögen vor den willkürlichen Entscheidungen und der Regimeunsicherheit zu schützen, die die Welt der Geldpolitik durchdringen?
Tatsache ist, dass Menschen auf der ganzen Welt – insbesondere in Asien – bereit sind, in Gold zu sparen, wie es viele schon seit Generationen tun. Sie wissen, dass ihre Goldersparnisse, was auch immer mit politischen Systemen, Währungen und Nationen geschieht, sie wahrscheinlich überdauern werden. Man muss sie nicht ermutigen, überzeugen oder zwingen, Gold zu besitzen. Sie entscheiden sich freiwillig dafür, es als Wertspeicher zu nutzen.
Einige Ökonomen haben argumentiert, das Goldangebot könne sich verändern, wenn mehr Gold gefördert und entdeckt wird. Projekte zum Abbau von Asteroiden oder des Meeresbodens werden als Gefahr für die Stabilität des weltweiten Goldbestands angeführt. Dieses Argument mag auf einer gewissen Ebene berechtigt sein, doch lassen Sie uns die Dinge richtig einordnen: Die Federal Reserve kann per Knopfdruck eine Billion Dollar schaffen; der Goldabbau im Asteroidengürtel würde dagegen ein Raumfahrtprogramm epischen Ausmaßes erfordern und übersteigt unsere heutige Technologie. Die Angebots- und Nachfragekräfte in der Welt des Goldgeldes wirken um Lichtjahre langsamer als in der Papiergeldwelt der Zentralbanken. Diese schlichte Realität erklärt, warum manche, nämlich jene, die die Notenpresse kontrollieren, den Gedanken von Gold als Geld so erbittert ablehnen und so lange darum kämpften, es zu verbannen. Cui bono in der Tat.

Der Wert von Gold ist klar, aber gibt es eine bessere Möglichkeit, ihn zu quantifizieren? Hier wird der Fear Index äußerst nützlich: Er verwendet die offizielle Bretton-Woods-Gleichung, die James Turk wiederentdeckt hat, um den relativen Wert von Gold, also seinen Wechselkurs zum Dollar, zu messen. Dazu vergleicht er die Menge der im Umlauf befindlichen Dollar (gemessen in M3) mit dem Goldbestand des US-Finanzministeriums, der einst die umlaufenden Dollarnoten deckte. Er vermittelt uns eine gute Vorstellung davon, wie stark Gold unterbewertet ist und wie hoch sein Wechselkurs steigen könnte, wenn das Vertrauen in den Dollar und seine Schwesterwährungen erschüttert wird. Der Fear Index stieg in der Dollar-Panik der 1980er Jahre auf 10 % und während der Weltwirtschaftskrise auf 30 %. Nachdem er 2001 bei knapp unter 1 % seinen Tiefpunkt erreicht hatte, liegt er heute unter 3 %, was den Vorwurf einer „Goldblase“ entkräftet. Er steigt seit mehr als einem Jahrzehnt, doch obwohl sich der Trend gewendet hat, ist es für Gold noch ein weiter Weg, auch nur in die Nähe des fairen Werts zu gelangen. Das Potenzial von Gold ist enorm.

Nach einer kleinen Pause im Jahr 2010 wächst die Dollar-Geldmenge weiter. Die Euro-Krise hat die Dollar-Nachfrage erhöht, und die US-Geldmenge M3 könnte in diesem Jahr 15 Billionen Dollar übersteigen. Wenn das geschieht, entfallen auf jedes einzelne Gramm Gold in den US-Goldreserven mehr als 1.800 Papier-Dollar. Das sind über 57.000 Dollar für jede einzelne Unze. Selbst wenn die Fed stillhalten würde, was unwahrscheinlich ist, wäre Gold massiv unterbewertet.
Wenn die fiskalischen und geldpolitischen Exzesse der keynesianischen Wirtschaftspolitik beginnen, das Vertrauen in den Dollar zu beeinträchtigen und seinen Status als Reservewährung zu bedrohen, wird der Fear Index uns zeigen, wie hoch Gold steigen kann.
Vielleicht erwartet man deshalb, dass die Zentralbanken 2012 über 500 Tonnen Gold kaufen. Sie würden das nicht tun, wenn Gold „nur ein Rohstoff wie jeder andere“ wäre.

James Turk schreibt seit Jahren über den Fear Index, wie Sie auf seiner Website Free Gold Money Report sehen können.