Trotz der Pause bei den geldpolitischen Impulsen und der hohen Erwartungen an QE3 wächst die US-Geldmenge in Wahrheit weiterhin kräftig, was beweist, dass die angeblich „sterilisierte“ Operation Twist nach wie vor inflationär wirkt.
Die US-Geldmenge M3 lag im Juli laut Berechnung von shadowstats.com bei über 14,6 Billionen US-Dollar und dürfte in diesem Jahr 15 Billionen erreichen. Die US-Staatsverschuldung liegt bei knapp 16 Billionen US-Dollar. Es ist ein Kennzeichen unseres schuldenbasierten Geldsystems, dass die Gesamtverschuldung stets die gesamte Geldmenge übersteigt, denn wenn die Zentralbank Geld aus dem Nichts schafft, erzeugt sie gleichzeitig Schulden in gleicher Höhe zuzüglich Zinsen. Wer die Kraft des Zinseszinses und exponentieller Kurven versteht, dem sollte bei diesem Gedanken schaudern.
Es überrascht nicht, dass die Geldmenge weiter wächst. Will die Fed die derzeitige Negativzinspolitik beibehalten, bleibt ihr nur, Anleihen zu kaufen und Geld zu drucken, mit oder ohne Schlagzeilen und große Ankündigungen. Hört sie auch nur für einen Augenblick damit auf, beginnt das ganze Kartenhaus zu wanken. Das System braucht ein ständig beschleunigtes Wachstum. Stellen Sie sich vor, wie der Film Speed gewesen wäre, wenn der Bus – statt zu explodieren, sobald der Tacho unter 50 fällt – alle 10 Minuten zehn Meilen pro Stunde schneller hätte werden müssen. Dann bekommen Sie ein Gefühl für den wirtschaftlichen Unglücksbus, in dem wir alle sitzen.
Die Idee, etwas Greifbares als Geld zu verwenden, erlebt ein Comeback, nicht wegen der Politiker, der akademischen Ökonomen oder der Medien, sondern trotz ihnen. Wie die Reaktion der Medien auf den Vorschlag der Republikanischen Partei der USA gezeigt hat, in ihr Programm für den Parteitag in dieser Woche die Einsetzung einer „Goldkommission“ aufzunehmen, lehnen sowohl die Mainstream-Ökonomen als auch die politischen Entscheidungsträger die Verwendung von Gold als Geld überwiegend ab (die gewählten Adjektive reichen von „lächerlich“ bis „unsinnig“). In einer Umfrage der University of Chicago unter 40 führenden Ökonomen sprach sich keiner dafür aus, zu irgendeiner Form des Goldstandards zurückzukehren. Trotz dieser überwältigenden akademischen Ablehnung ist Gold im Blickfeld, aus dem einfachen Grund, dass das gegenwärtige Paradigma nicht nur an den Rändern ausfranst, sondern am Ende seiner Kräfte ist. Die Folgen des größten Experiments mit Papiergeld in der Geschichte der Menschheit werden nun mit voller Wucht spürbar, und die Menschen, zumindest jene, die ihr intellektuelles Kapital nicht in den Status quo investiert haben, suchen nach Alternativen.
Wie der Fear Index zeigt, bewegen sich Dinge in der Welt der Ideen langsam: Es hat ein Jahrzehnt gedauert, bis Gold wieder ins Blickfeld gerückt ist, doch nun nimmt die Dynamik zu. Der Fear Index klopft nun seit einem Jahr an die Tür der 3-%-Marke, und es sieht so aus, als werde der nächste Aufwärtsschub sie deutlich überschreiten.

Als bester Anhaltspunkt für das, was als Nächstes geschehen könnte, dienen die 1970er-Jahre. Der „Nixon-Schock“, die Stagflation und andere Ereignisse prägten die in diesem Jahrzehnt sehr volatile Entwicklung des Goldpreises. Es war eine holprige Fahrt, die sich für diejenigen jedoch durchaus lohnte, die sich für das harte, kalte Metall statt für leere politische Versprechen entschieden. Nixon trennte im August 1971 die letzte offizielle Verbindung zwischen dem US-Dollar und Gold (siehe diese Infografik zur jüngeren Geschichte der Weltwährungssysteme). Erst 1979 begann die Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden Paul Volcker, die Zinsen zu erhöhen, um entschlossen gegen die steigenden Preise vorzugehen. Sowohl der Goldpreis als auch der Fear Index erreichten 1980 ihren Höhepunkt. Behalten Sie diese Zeiträume im Blick. Wir befinden uns noch in der Anfangsphase des aktuellen Aufschwungs von Gold.

