Eine Einführung für Gold-Einsteiger

Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungszwecken. Immer mehr Menschen wenden sich als spontane Reaktion auf finanzielle und wirtschaftliche Probleme, die plötzlich offen zutage getreten sind und durch die Ausbreitung des Coronavirus beschleunigt wurden, dem Gold zu. Für alle, die jetzt über einen Goldkauf nachdenken, ist dies ein Sprung ins Ungewisse, daher sollten sie wissen, warum.

Nicht nur Menschen ohne Finanzerfahrung, sondern ebenso Vermögensverwalter und Finanzberater sind sich dessen nicht bewusst, was mit dem Geld und den Kapitalmärkten geschieht. Wir befinden uns in der Frühphase einer radikalen Entwertung staatlich ausgegebener Währungen, die auf einen Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems zusteuert.

Ich erläutere die beiden Phasen dieser Zerstörung des Fiatgeldes, die bisher erlebte und diejenige, die uns bevorsteht. Ich erkläre, warum gesundes Geld seit jeher aus physischem Gold und Silber bestand, zu dem die Menschen zurückkehren, nachdem Regierungen und Banken gemeinsam das staatlich geschaffene, ungesunde Geld zerstört haben.

Einleitung

Plötzlich wächst das öffentliche Interesse an Gold. Finanziell versierte Menschen werden sich darüber wundern, was an den Finanzmärkten im weitesten Sinne vor sich geht, und haben vielleicht unverständliches Gerede darüber gehört, was sich beim Gold abspielt. Sie fragen sich, warum Gold überhaupt von Bedeutung ist. Ist Gold nicht nur eine altmodische Absicherung gegen Risiken, und ist der wahre sichere Hafen heute nicht in US-Staatsanleihen zu finden? Hinzu kommt die große Masse finanziell unerfahrener Anleger, die es gewohnt sind, Anlagefragen ihren Finanzberatern zu überlassen, und die den Anstieg des Goldpreises bis vor Kurzem allenfalls als Gelegenheit betrachteten, ungenutzten Schmuck als Altgold zu verkaufen.

Mit diesen beiden Kategorien haben wir den Großteil der Bevölkerung jeder fortgeschrittenen Nation erfasst. Sie stehen kurz davor, zu lernen, was weniger entwickelte Völker nie verlernt haben: dass es einen Unterschied gibt zwischen einer Welt, die es gewohnt ist, sich für ihre Wohlfahrt auf stetig steigende Staatsschulden zu verlassen, und einer Welt, in der der Staat kaum oder keine Wohlfahrt bietet und die Menschen sparen müssen, um für sich und die Zukunft ihrer Familien vorzusorgen.

In Asien, der Wiege der Zivilisation, haben Gold und Silber seit Jahrtausenden eine doppelte Rolle gespielt: als Schmuck und als solides, verlässliches Geld, das sicher für den künftigen Gebrauch aufbewahrt werden kann. Erst in den letzten zwei Jahrhunderten haben sich die Menschen in Großbritannien und später in Amerika in den Konsumismus hineinentwickelt und viele andere Nationen mitgezogen. Der übrige Teil der Welt wird seither als Schwellenländer bezeichnet, ein Euphemismus für nach westlichen Maßstäben noch arm und unzivilisiert.

Das trifft nicht mehr zu. In den vier Jahrzehnten seit dem Tod Mao Zedongs haben China und ganz Südostasien einen schuldengetriebenen wirtschaftlichen Fortschritt angenommen. Nach dem Ende der kurzlebigen Gandhi-Ära macht auch Indien ähnliche Fortschritte. Und wenn Ökonomen das globale Wachstum prognostizieren, erwarten sie es überwiegend von diesen asiatischen Nationen, während der Westen stagniert.

Obwohl diese asiatischen Nationen inzwischen nahezu flügge geworden sind, sparen ihre Bevölkerungen weiterhin einen beträchtlichen Teil ihres Einkommens und ihrer Gewinne. Diese Ersparnisse sind die Absicherung für ihre Zukunft. Zwar haben sie Direktinvestitionen aus dem Westen und von japanischen Unternehmen begrüßt, die Fabriken errichten und Arbeitsplätze schaffen, doch halten sie an ihren Ersparnissen fest, die überwiegend in Gold und Silber angelegt sind, um das Vermögen ihrer Familien zu bewahren.

Beispielsweise hat dies der indischen Landbevölkerung sehr gut gedient. Der Goldpreis ist von 180 Rupien je Unze Mitte der 1960er-Jahre auf heute 121.000 Rupien gestiegen. Natürlich steigt dabei weniger das Gold, als dass die Rupie fällt. Die einfachen Inder haben sich die Weisheit ihrer Vorfahren bewahrt, trotz der Versuche aufeinanderfolgender Regierungen, ihnen den Kauf von Gold als Abkehr von der Rupie zu verbieten oder sie davon abzubringen.

Woran auch immer Sie glauben: Das wirtschaftliche Erwachen Asiens bedeutet, dass Sie die historische Rolle von Gold und Silber als ultimatives Geld nicht länger ignorieren können. Was die persönlichen Ersparnisse betrifft, stehen wir vor einem radikalen Umdenken, weil unsere Währungen nachweislich am Rande des Scheiterns stehen. Das heutige dollarbasierte System entwickelte sich aus Goldstandards nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem teilweisen Golddevisenstandard und gab die Golddeckung 1971 schließlich vollständig auf. Nun müssen Anleger die Geschichte des Goldes neu lernen und ihre westliche, schuldengetriebene Ökonomie gegen eine Welt eintauschen, die zum Gold zurückkehrt.

Für das Finanzestablishment des Westens wird dies ein schwieriger und kostspieliger Prozess. Die Karrieren von Anlagemanagern hingen unbewusst von einer Form des Geldes ab, die fortwährend entwertet wird, weil ihre Performance durch den Verlust an Kaufkraft verbessert wird. Nimmt man die Geldentwertung weg, ist es keine Übertreibung zu sagen, dass das Geschäft mit rein finanziellen Vermögenswerten, also Anleihen, Aktien und Derivaten, größtenteils verschwinden wird.

Die plötzliche Relevanz dieses Ergebnisses hat uns allen die Coronavirus-Pandemie vor Augen geführt. Die Panik, die derzeit an den Märkten tobt, führt unmittelbar zu einer unbegrenzten Beschleunigung der Geldmengenausweitung, weil dies für Regierungen und ihre Zentralbanken das einzige Mittel ist, eine Finanz- und Wirtschaftskrise hinauszuzögern. Wir erleben die frühen Phasen eines Zusammenbruchs der Fiat-Währungen infolge ihrer unbegrenzten und sich beschleunigenden Verschlechterung beim Versuch, das Finanzsystem des Westens zu erhalten.

Bei nüchterner Analyse ist es ein Akt der Verzweiflung, unbegrenzt Geld in ein Problem zu pumpen, und er endet mit der Zerstörung der Währung. Für den einfachen Menschen wirft dies schließlich bislang ungestellte Fragen auf: Ist das Geld des Staates wirklich Geld? Sollte ich eine Reserve davon halten, um morgen die Dinge kaufen zu können, die ich brauchen werde, oder sollte ich es jetzt vollständig ausgeben, nur um es loszuwerden?

Dieser Hintergrund veranlasst die breitere Öffentlichkeit, nicht aber das Finanzestablishment, das bisher von der Geldentwertung profitiert hat, Gold als sicheren Hafen gegen wachsende Unsicherheiten neu zu bewerten. Der physische Besitz oder die sichere Verwahrung von Gold in einem Tresor wird plötzlich einer Geldanlage in einem Finanzsystem vorgezogen, das offenkundig am Rande des Scheiterns steht. Vergessen Sie Anlagemanager, Ökonomen und deren Wirtschaftslehre: Jetzt gilt es, dass jeder für sich und seine Angehörigen sorgt.

Es ist daher an der Zeit, die Grundlagen von Gold und im Übrigen auch von Silber in ihrer Rolle als solides Geld neu zu erlernen. Wer aus einem finanziellen und monetären Zusammenbruch finanziell unversehrt hervorgehen will, wird dies nur schaffen, indem er solides Geld hortet, um es zu gegebener Zeit sparsam auszugeben.

Ziel dieses Artikels ist es, denjenigen zu helfen, die sich vom Inflationismus haben verführen lassen und den Bezug zu solidem Geld verloren haben, ihn wiederzufinden.



Warum Gold und Silber immer Geld sind und warum Fiat-Geld scheitert

Seit Anbeginn der Wirtschaftsgeschichte wurden verschiedene Formen der Geldvermittlung erprobt. Die einzigen, die den Test der Zeit überstanden haben, waren metallische, insbesondere Kupfer, Silber und Gold, aufgrund ihrer Beständigkeit. Sie entwickelten sich von Zahlungsmitteln, die nach Gewicht bemessen wurden, zu standardisierten Münzen.

Als Hauptemittent von Münzen erhielt der Staat eine geldpolitische Rolle und konnte Steuern in Form von Scheidemünzen effizienter erheben als durch die Entrichtung von Zehnten. Und mit der staatlichen Kontrolle über die Geldform kam die staatliche Korruption. Die Chinesen waren die frühesten belegten Emittenten von Papiergeld, und Marco Polo berichtete, wie Kublai Khan die Kaufleute verpflichtete, ihr gesamtes Gold und Silber abzuliefern, und ihnen dafür Papierquittungen aus Maulbeerblättern aushändigte. Die Kaufleute sammelten Erfahrung, und Kublai Khan bekam ihr Geld.

Die Römer beraubten ihre Bürger durch die Münzverschlechterung, beginnend mit Nero, der das dadurch gewonnene überschüssige Silber zur Bezahlung seines Heeres verwendete, eine Tradition, die die nachfolgenden Kaiser fortführten. Es war eine gescheiterte Politik, Attentate waren an der Tagesordnung. Die Münzverschlechterung dauerte fast drei Jahrhunderte bis zur Zeit Diokletians an, der versuchte, die Auswirkungen auf die Preise mit seinem berüchtigten, in Stein gemeißelten Edikt zu kontrollieren. Die wirtschaftlichen Folgen des Zusammenbruchs des römischen Geldes in Verbindung mit den Preiskontrollen führten dazu, dass die Bürger die Städte verließen, um auf dem Land nach Nahrung zu suchen, ein Merkmal, das wir bei anderen Währungszusammenbrüchen immer wieder gesehen haben.

Angesichts des Zusammenbruchs der Fiat-Währungen heute sollten diese Ergebnisse bedacht werden. Es gibt aber noch eine andere, kaum verstandene Form des Geldbetrugs, die Banken betrifft. Seit frühester überlieferter Zeit nahmen Bankiers Einlagen zur Verwahrung entgegen und setzten sie für eigene Zwecke ein. Etwa 393 v. Chr. verteidigte der athenische Anwalt Isokrates den Bankier Passion, der beschuldigt wurde, Gold- und Silbereinlagen unterschlagen zu haben, die ihm der Sohn eines Günstlings des Satyros, des Königs von Bosporus, anvertraut hatte. Die Rede des Isokrates ist überliefert, das Urteil ist uns jedoch offenbar verloren gegangen. Doch wie so viele Bankiers nach ihm überstand Passion den Skandal und starb als wohlhabender und erfolgreicher Mann.[i]

Die Veruntreuung von Einlagengeld ist seither ein Merkmal des Bankwesens, und die heutige Verweigerung des grundlegenden Rechts, das eingezahlte Geld zu besitzen, wurde im englischen Recht durch den Bank Charter Act von 1844 formalisiert. Dieser unterschied nicht zwischen tatsächlichen, durch Gold gedeckten Banknoten und Geld, das durch das Mindestreservesystem (Fractional Reserve Banking) als Kredit in die Existenz gebracht wurde und zur Quelle der Kundeneinlagen wurde.

Um den Punkt weiter zu vertiefen, müssen wir kurz abschweifen und den Prozess der Schaffung von Bankkredit und der entsprechenden Einlagen beschreiben. Üblicherweise richtet eine Bank für einen Kunden eine Kreditlinie ein, die dieser nutzt, um seine Gläubiger zu bezahlen. Die Gläubiger verfügen dann über Geld, das sie einzahlen können, entweder bei der Bank, die den Kredit vergeben hat, oder bei einer anderen Bank. Soweit die in Anspruch genommenen Kredite Ungleichgewichte zwischen den Banken verursachen, werden diese an den Geldgroßmärkten ausgeglichen, sodass die Bilanzen aller Banken ausgeglichen sind. Man beachte jedoch, dass das verliehene Geld die Einlagen geschaffen hat, und auf diese Weise schaffen Banken ungedecktes Geld in einem System, das angeblich auf einem Goldstandard beruht.

Das Mindestreservesystem wird so genannt, weil die Fähigkeit, Einlagen durch die Vergabe von Krediten zu schaffen, es den Banken erlaubt, ihre Bilanzen so zu hebeln, dass ihr eigenes Kapital nur noch einen Bruchteil der Gesamtsumme ausmacht. Das Verhältnis zwischen beiden spiegelt jeweils die Einschätzung von Risiko und Ertrag durch die Bankiers wider. In Zeiten eines als gering wahrgenommenen Risikos und sich verbessernder Konjunkturaussichten weiten sie das Verhältnis von Einlagen und sonstigen Verbindlichkeiten auf das Zehnfache ihres Eigenkapitals oder mehr aus. Nehmen sie ein erhöhtes Kreditrisiko wahr, versuchen sie, das Verhältnis zu verringern, um zu verhindern, dass ihr Kapital durch Verluste aufgezehrt wird.

Die wirtschaftlichen Folgen sind periodische Bankenkrisen, da die Banken zunächst überdehnt und dann äußerst vorsichtig bei der Kreditvergabe sind. Hinzu kommt die Reaktion der Regierungen und ihrer staatlichen Zentralbanken auf die periodischen Bankenkrisen, bei denen sie eingreifen, statt Banken scheitern zu lassen.

Es war Walter Bagehot, der im späten neunzehnten Jahrhundert den Begriff für die Rolle der Bank of England als Kreditgeber der letzten Instanz prägte, eine Funktion, die im Verlauf aufeinanderfolgender Kreditzyklen umfassender geworden ist. Die Mengen an Bankkredit haben sich im Laufe der Zeit ausgeweitet, und das Geld, das zur Finanzierung periodischer Bankenrettungen und überhöhter Staatsausgaben ausgegeben wurde, ist im System verblieben. Zwangsläufig führte dies zur Aufgabe jeglichen Anscheins einer Golddeckung der staatlich ausgegebenen Währungen, als der Goldpool Ende der 1960er-Jahre scheiterte.

Als die Verbindung zwischen Gold und staatlich ausgegebenen Währungen schließlich zerbrach, ermöglichte dies eine Geldinflation, deren einzige Grenze die Auswirkung auf die Preise war. Das führt uns zur gegenwärtigen Lage, in der die Ausweitung der Geldmenge in allen wichtigen Währungen massiv zunehmen dürfte, um die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus einzudämmen.

Die unbegrenzte Ausweitung der Geldmenge wurde letzte Woche zur erklärten offiziellen Politik der amerikanischen Zentralbank und, ausgesprochen oder unausgesprochen, auch der anderen großen Zentralbanken. Die implizite geldpolitische Annahme war, dass die Wirtschaft sich normalisiert, sobald das Virus vorüber ist, und die Geldmengenausweitung sich damit ebenfalls normalisiert.

Es sollte jedoch beachtet werden, dass die Liquiditätsengpässe im Bankensystem bereits im vergangenen September auftraten, fast fünf Monate bevor sich das Virus von China aus verbreitete. Das Federal Reserve Board (die amerikanische Zentralbank, die Fed) sah sich gezwungen, eine tägliche Folge von Geldspritzen in das Bankensystem zu beginnen, die andauert. Liquiditätsprobleme sind schlicht ein Zeichen dafür, dass Banken im Mindestreservesystem eine Verschiebung des Verhältnisses von Gewinn zu Risiko wahrnehmen und handeln, um ihr Kapital vor Verlusten zu schützen. Anders gesagt: Die Liquiditätsknappheit entsteht dadurch, dass Banken Geld vernichten, indem sie den Prozess der Kreditschöpfung umkehren.

Daher lässt sich der Beleg dafür, dass der Kreditzyklus gedreht hat, nicht bestreiten, und er wird die Geldmengen erhöhen, die die Zentralbanken allein im Zusammenhang mit dem Virus ausgeben müssen, wenn eine deflationäre Kontraktion des Bankkredits abgewendet werden soll. Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, im Einzelnen darauf einzugehen, was dies bedeuten wird, aber das erforderliche Ausmaß der Geldinflation ist offenkundig immens.[ii]



Was wird die Öffentlichkeit auf das Scheitern der Fiat-Währungen aufmerksam machen?

Statistiker teilen uns mit, die Preisinflationsrate liege in der Größenordnung von zwei Prozent. Alle unsere persönlichen Erfahrungen deuten darauf hin, dass sie deutlich höher ist, und unabhängige Analysten in Amerika sagen uns, sie liege eher bei zehn Prozent, was unserem eigenen Eindruck mehr entspricht als die Regierungszahlen. Die Diskrepanz besteht, weil wir zwar über das allgemeine Preisniveau als Konzept sprechen können, dies aber nicht bedeutet, dass wir es tatsächlich messen können.[iii]

Das ist von Bedeutung, denn die Kosten der Finanzierung der Staatsverschuldung (und im Übrigen auch der Verschuldung aller anderen) sind an die Preisinflationsrate gekoppelt. Käufer von US-Staatsanleihen, die in Finanzkreisen als risikofreie Anlage gelten, werden eine Rendite verlangen, die sie für den Verlust der Kaufkraft des Dollars während der Laufzeit der Anlage entschädigt. Derzeit akzeptieren sie, dass diese, wie von den Statistikern der Regierung angegeben, jährlich etwas unter zwei Prozent liegt. Das dürfte aber zwangsläufig infrage gestellt werden, sobald die Fed ihre Geldschöpfung hochfährt.

Bislang hat vor allem die Ausweitung der Geldmenge die Preise für Finanzanlagen steigen lassen. Dieser aufgeblähte Ballon verliert nun stark an Luft. Wenn zunehmend Zweifel an einem realistischen Wert aller Anleihen im Verhältnis zu einer realistischen Einschätzung der Preisinflation aufkommen, werden alle Finanzanlagen, die sich an US-Staatsanleihen als risikofreiem Maßstab orientieren, noch weiter an Wert verlieren. Folglich werden Anleger, die an mehr oder weniger stetig steigende Preise für Finanzanlagen gewöhnt sind, erhebliche Verluste erleiden. Allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, dass es nicht sicher ist, in sie zum Vermögenserhalt zu investieren, und dass die Politik der Zentralbanken, das Geld zu entwerten, um die Finanzmärkte zu stützen, letztlich scheitern wird.

In einer weiteren Entwicklung hat die US-Regierung soeben ein Reflationsgesetz verabschiedet, wonach jeder anspruchsberechtigte Erwachsene 1.200 US-Dollar und 500 US-Dollar für jedes Kind erhält. Dieses Geld kann nur für lebensnotwendige Güter wie Nahrungsmittel ausgegeben werden, da die Mehrheit der Einzelhändler sich im Lockdown befindet. Gleichzeitig dürften Produktion und Vertrieb von Nahrungsmitteln durch das Virus beeinträchtigt werden. Aus der Kombination von eingeschränktem Nahrungsmittelangebot und einer einmaligen Geldspritze für alle kann es nur ein Ergebnis geben: Die Nahrungsmittelpreise werden stark steigen. Nach dem Vorbild von Diokletians Edikt ist dann zu erwarten, dass Politiker Preiskontrollen verhängen, um öffentlichen Unmut zu dämpfen, was das Nahrungsmittelangebot unweigerlich noch weiter verringern wird.

Ganz gleich, was der Verbraucherpreisindex aussagt: Nahrungsmittel machen nur einen kleinen Teil davon aus, und amtlich könnte der Index sogar sinken. Doch die wachsende Wahrscheinlichkeit öffentlicher Verärgerung über die Nahrungsmittelpreise wird zwangsläufig die Botschaft verbreiten, dass der Dollar weniger kauft als noch vor Kurzem. Von dort ist es für die amerikanische Öffentlichkeit nur ein kleiner Schritt, den Fiat-Dollar schließlich als Tauschmittel abzulehnen. Wir werden dann eine grundlegende Wahrheit auf die harte Tour lernen: Geld beruht auf seiner Glaubwürdigkeit bei den Menschen, die es nutzen. Und sobald diese Glaubwürdigkeit zerstört ist, ist es auch die Währung.

Wie lange diese Zerstörung dauert, haben ähnliche Ereignisse in der Vergangenheit gezeigt. Wir müssen unterscheiden zwischen einem langen, langsamen, kumulativen Wertverlust, wie er seit dem Scheitern des Londoner Goldpools in den späten 1960er-Jahren eingetreten ist, gefolgt von der Beendigung des letzten verbliebenen Feigenblatts der Goldkonvertibilität durch Präsident Nixon im August 1971. Dies ist die erste von zwei Phasen, dargestellt in Abbildung 1.



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Seit 1969 hat der Yen, gemessen in Gold, 92,8 % seiner Kaufkraft verloren, gegenüber dem Dollar 97,8 %, der Euro (und seine Vorgängerwährungen) 98,5 % und das Pfund Sterling 98,9 %. Und diese Verluste sind kaum bemerkt worden! Als Maßstab für solides Geld wurde Gold bewusst zugunsten des Dollars als Deckung anderer Fiat-Währungen an den Rand gedrängt. Wenn die Briten meinen, das Pfund sei gefallen, sagen sie, es sei gegenüber dem Dollar gefallen, und übersehen dabei, dass der Dollar selbst bis auf 2,2 % seiner Kaufkraft von 1969 eingebüßt hat.

Der Grund für den Niedergang des Dollars ist die massive Ausweitung der Dollarmenge im Verhältnis zu Gold, dargestellt in Abbildung 2.



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Die Fiat-Geldmenge ist die Gesamtzahl der Dollar, die sich sowohl im Besitz der Öffentlichkeit befinden als auch von den Banken als Reserven auf ihren Konten bei der Fed gehalten werden. Da diese Zahlen erst mit einer Verzögerung von sechs Wochen vorliegen, spiegeln sie die jüngste Geldmengenausweitung noch nicht wider. Sie schoss jedoch bereits Anfang Februar in Rekordbereiche, und das Ausmaß der monetären Instabilität zeigt sich zusätzlich darin, dass sie von dem bis zur Lehman-Krise relativ stetigen Expansionskurs abweicht, den die verlängerte gestrichelte Linie darstellt.

Die Ausweitung der FMQ seit 1969 beträgt das 32,5-Fache und ergibt eine rechnerische Verwässerung der Kaufkraft von 97 %; dem steht ein Rückgang, gemessen am Goldpreis, von 97,8 % gegenüber. Wir können daher sagen, dass die Veränderung des Dollarpreises von Gold über einundfünfzig Jahre der Ausweitung der Dollarmenge, wie sie die Fiat-Geldmenge darstellt, recht genau gefolgt ist.

Die Erfahrung zeigt, dass es eine zweite Phase gibt, in der ein im Wesentlichen rechnerischer Zusammenhang zwischen der umlaufenden Geldmenge und ihrer Kaufkraft zusammenbricht. Wenn die Öffentlichkeit erkennt, was mit dem Fiat-Geld geschieht, bestimmt eine Massenpsychologie der Ablehnung das Verhältnis zwischen der Währung und ihrem Gebrauchswert. In Frankreich waren die mandats territoriaux, die im Februar 1796 ausgegeben wurden, um die scheiternde Währung der Assignaten zu ersetzen, bis zum folgenden Februar wertlos. Im Jahr 1923 brach die deutsche Papiermark, die seit dem Ende des Ersten Weltkriegs an Kaufkraft verloren hatte, von Mai bis November innerhalb von etwa sieben Monaten endgültig zusammen. Es ist die Flucht in Sachwerte und reale Werte, die das Ende einer Geldinflation durch den vollständigen Zusammenbruch des Geldsystems markiert.

Für einen Vergleich mit dem heutigen Geldsystem, das das Schicksal der Finanzvermögenswerte und das der Währung miteinander verknüpft, gibt es kein passenderes Beispiel als das Scheitern von John Laws Mississippi-Blase, als er die Kontrolle über die französische Währung erlangte und sie druckte, um die Aktien seines Unternehmens zu stützen. Laws inflationistische Politik glich bemerkenswert jener von John Maynard Keynes, die heute die Grundlage der Geldpolitik bildet. Und die heutigen Neokeynesianer entwerten die Währung ganz unverhohlen, um Finanzvermögenswerte zu stützen, genau wie Law es tat. Laws Vorhaben zeigte Anfang 1720 erste Anzeichen des Scheiterns, und bis zum darauffolgenden September waren nicht nur die Aktien seines Mississippi-Unternehmens zusammengebrochen, sondern auch seine ungedeckten Livres wertlos.

Wenn sich die Erfahrung mit John Law heute wiederholt, werden der Dollar und alle Währungen, die mit ihm segeln, in kurzer Zeit wertlos werden, wahrscheinlich bis zum Jahresende. Wir haben gesehen, dass nach einem fünfzigjährigen Zeitraum der Entwertung, den die Öffentlichkeit kaum bemerkt hat, eine letzte Beschleunigung der Geldinflation beginnt. Staatlich ausgegebene Fiat-Währungen treten nun in jene zweite Phase ein, in der sie ihre gesamte Kaufkraft verlieren werden.



Der Ersatz von staatlichem Fiat-Geld durch Gold und Silber

Da wir die endgültige Zerstörung der heutigen Fiat-Währungen absehen können, müssen wir uns mit ihrem Ersatz und der Art seines Zustandekommens befassen. Viele Kommentatoren, die das Problem verstehen, sprechen von einem Währungsreset und erkennen nicht, dass das Problem in einem Vertrauensverlust in staatlich ausgegebene Währungen besteht, der sich nicht durch die Ausgabe einer Variation des Fiat-Themas beheben lässt. Auch in der Ausgabe einer staatlichen Kryptowährung liegt keine Lösung. Tatsache ist, dass die Zeiten, in denen Staatsausgaben und wirtschaftliche Ziele durch monetäre Expansion finanziert werden, ihrem Ende entgegengehen.

Einige wenige Regierungen sind in der Lage, ihre Währungen durch Gold zu decken, das nach Wahl des Nutzers zu einem festen Kurs frei konvertierbar ist. Dazu zählt Russland, das in den vergangenen Jahren Gold angehäuft und Dollar abgestoßen hat. China, wo es überzeugende Hinweise darauf gibt, dass der Staat erhebliche nicht deklarierte Edelmetallbestände angesammelt hat, und wo sich inzwischen schätzungsweise 17.000 Tonnen in Privatbesitz befinden, könnte ebenfalls einen Goldstandard einführen, zusammen mit einigen anderen asiatischen Staaten. Ein Goldstandard erfordert jedoch auch die Beseitigung staatlicher Haushaltsdefizite, was Russland, China und einige asiatische Staaten erreichen könnten. Zudem muss das Bankensystem, in dem die Bankkredite durch die Vergabe von Darlehen ausgeweitet werden können, reformiert werden. Andernfalls könnte jeder ein Darlehen in ungedecktem Bankkredit aufnehmen, um es gegen Gold einzulösen. Ebenso müssten Schutzvorkehrungen eingeführt werden, die verhindern, dass die ausländische Bankkreditausweitung über die Devisenmärkte genutzt wird, um Gold-Surrogate zur Einlösung zu erwerben.

Den westlichen Staaten wird die Umstellung auf einen Goldstandard weitaus schwerer fallen, da sie sich zu Sozialleistungen verpflichtet haben, deren Finanzierung eine fortgesetzte Entwertung der Währung erfordert. Hinzu kommt, dass in den Vereinigten Staaten das Bankenkartell äußerst mächtig ist und seinen vermeintlichen Anspruch, Geld in Form von Krediten aus dem Nichts zu schaffen, solange das Fiat-System besteht, wohl kaum aufgeben wird, zumal dieser Vorgang umso profitabler wird, je schneller der Dollar an Wert verliert. Die Währung wird daher untergehen, bevor eine grundlegende Reform für das US-Finanzestablishment und alle, die ihm anhängen, akzeptabel ist.

Für Privatpersonen ist es sicherer davon auszugehen, dass der persönliche Besitz von physischen Gold- und Silberbarren und -münzen den besten Schutz des Vermögens und die beste Grundlage für künftige Ausgaben bietet. Es ist ein Irrtum, diese beiden seit Jahrtausenden bestehenden Geldformen lediglich als Anlagealternative zu betrachten: Sie sind Geld, das als Wertspeicher für Ihr Vermögen dienen kann. Sie können dann für die lebensnotwendigen Güter ausgegeben werden, deren Preise dem scheiternden Fiat-Geld davonlaufen. Und wenn sich eine gewisse wirtschaftliche und politische Stabilität wieder abzeichnet, können langlebige Vermögenswerte wie Immobilien sowie Produktivgüter erworben werden. Auf diese Weise werden Gold und Silber wieder in den Umlauf zurückkehren.



Das Scheitern der Derivate

Die Derivatemärkte, vor allem die Comex-Futures und der Londoner Edelmetallmarkt, haben sich ausgeweitet und nehmen einen Großteil der Nachfrage nach Edelmetall auf. Die zuletzt erfassten Zahlen zeigen, dass Goldderivate an diesen beiden Märkten zusammen einen Nominalwert von 600 Mrd. $ hatten, während die jährliche Minenproduktion und das recycelte Altgold zur selben Zeit etwa 20 Mrd. $ wert waren, ein Verhältnis von 30:1.[iv]

Wie in diesem Artikel dargelegt, führt die Beschleunigung der Geldmengenausweitung zum Zusammenbruch sowohl der Finanzmärkte als auch der Fiat-Währungen. Was Ihnen niemand sagt: Außerbörslich gehandelte Derivate, die laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich 640 Billionen $ wert sind, werden bei einem Zusammenbruch der Fiat-Währungen ebenfalls verschwinden. Unter der Annahme, dass sich die Gesamtnachfrage nach Gold nicht ändert, verschwindet daher das Dreißigfache der physischen Nachfrage, die Ende Juni vergangenen Jahres in Derivaten abgebildet wurde, oder sie wird durch die oberirdischen Goldbestände gedeckt.

In diesem Zusammenhang sollten wir die Vorgänge an den Finanzmärkten deuten. Die Spannungen sind in einer Phase schrumpfender Bankkredite gravierend. Sofern dies nicht bereits geschehen ist, werden die Händler der Edelmetallbanken von ihren Finanzcontrollern angewiesen werden, ihre Positionen zu reduzieren, und zwar wegen des unerbittlichen Sogs schrumpfender Bankkredite im übrigen Kredit- und Einlagengeschäft der Bank.

Die Möglichkeiten, ein Engagement in Gold und Silber einzugehen, werden sich zunehmend auf das Edelmetall selbst beschränken. Einzelhandelsgeschäfte wurden bereits wegen des Virus geschlossen, und Online-Händler haben kaum oder keine Bestände. Gold und Silber können über Unternehmen wie Goldmoney erworben werden, sodass persönliches Vermögen weiterhin in sicheren, versicherten Tresoren verwahrt werden kann. Physisch gedeckte börsengehandelte Fonds sind weiterhin erhältlich, doch angesichts des immer wahrscheinlicheren Endes der Derivate und der Probleme, die sich für die ETFs ergeben dürften, die sie einsetzen, sind auch durch physisches Gold gedeckte ETFs unvorhergesehenen Problemen ausgesetzt.

Die Unterbrechung an der Comex markiert wahrscheinlich den Anfang vom Ende der Edelmetallderivate. Die Edelmetallbanken haben ihr Engagement an der Comex bereits um das Äquivalent von 938 Tonnen auf 1.541 Tonnen verringert. Doch bei einem erheblich gesunkenen Angebot von Minen und Raffinerien im Lockdown, zu einer Zeit, in der Regierungen unbegrenzte Geldmengenausweitung versprechen, sind günstige Bedingungen für eine geordnete Abwicklung an der Comex kaum vorstellbar.



Fazit

Die Ereignisse der letzten Wochen haben ein breiteres Publikum auf die Vernichtung von Werten an den Finanzmärkten aufmerksam gemacht. Die unausgesprochene Übereinkunft zwischen Anlegern und den großen Zentralbanken, wonach die Finanzmärkte stets gestützt werden, löst sich nun auf. Zunehmend sind die Zentralbanken die einzigen Käufer von Staatsanleihen auf dem aktuellen Kursniveau, und sie finanzieren dies, indem sie ihre Währungen inflationieren.

Gleichzeitig nehmen die Liquiditätsprobleme in den schwer getroffenen Volkswirtschaften zu. Und es liegt nicht allein am Coronavirus: Bereits knapp fünf Monate, bevor das Virus die westlichen Finanzmärkte erreichte, musste die Fed über den Repo-Markt Liquidität in Rekordhöhe in das US-Bankensystem einspeisen.[v]

Betrachtet man historische Vergleiche mit unserer gegenwärtigen Lage, so scheint die Mississippi-Blase von 1720 in Frankreich eine geeignete Vorlage für die aktuelle Situation zu sein. John Law, der Urheber dieses Vorhabens, erlangte die Kontrolle über das Geld Frankreichs und verwendete es anschließend, um Anteile an seinem Mississippi-Unternehmen zu kaufen. Die heutigen Zentralbanken beschreiten einen ähnlichen Weg, nur im globalen Maßstab. Bei Law brachen sowohl seine ungedeckte Währung als auch die Anteile an seinem Mississippi-Unternehmen innerhalb von nur neun Monaten vom Höchststand auf null ein. Sollte sich diese Erfahrung heute wiederholen, würden nicht nur die Finanzmärkte zusammenbrechen, sondern auch die Währungen, in denen sie nominell bemessen werden, wären bis zum Jahresende wertlos.

Anzeichen für ein Versagen in einigen Märkten, etwa an den Derivatemärkten für Edelmetalle, können als Beleg dafür gelten, dass derzeit eine umfassendere Verwerfung des Finanzsystems im Gange ist. Vor diesem Hintergrund ist es so wichtig, die Rolle von physischem Gold und Silber zu verstehen. Sie sind das einzige solide Geld und ein sicherer Zufluchtsort für normale Menschen, da sie von Regierungen nicht korrumpiert werden können. Und wenn ihre Preise gegen unendlich steigen, wird dies ausschließlich das Ende des gegenwärtigen Systems des Papiergelds widerspiegeln.









[i] Die Geschichte von Passio wird in Jesús Huerta de Sotos Money, Credit, and Economic Cycles, Kapitel 2.1, erzählt. De Soto schildert außerdem Beispiele für Bankpraktiken und Bankenzusammenbrüche im ptolemäischen Ägypten und in Rom.

[ii] Weitere Erläuterungen zum voraussichtlichen Ausmaß der Geldmengenausweitung finden Sie unter https://www.goldmoney.com/research/goldmoney-insights/payments-panic-and-the-ending-of-fiat-currencies

[iii] Siehe Chapwood.com und shadowstats.com.

[iv] Stand Ende Juni 2019, als der Goldpreis 1.387 US-Dollar betrug. Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, der Comex und des WGC.

[v] Bei einem Rückkaufgeschäft (Repo) tauscht eine Bank hochwertige Sicherheiten für einen festgelegten Zeitraum gegen Bargeld, nach dessen Ablauf der Tausch rückgängig gemacht wird. Es ist ein Mechanismus, der der Bank kurzfristige Liquidität verschafft.

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