Ein Osterhoch für Gold?

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Gold und Silber legten vor dem Osterwochenende zu, wobei Silber außergewöhnlich stark war. Gold schloss gestern Abend bei 2.008,8 $, ein Plus von 39 $ gegenüber dem Schlusskurs vom letzten Freitag. Silber stieg um 90 Cent auf 24,97 $.

Im letzten Commitment-of-Traders-Bericht vom 28. März war die Kategorie Managed Money an der Comex mit 99.160 Kontrakten netto long und näherte sich damit der neutralen Position von rund 110.000 Netto-Long-Kontrakten. Seitdem dürfte diese Kategorie allmählich in leicht überkauftes Terrain vorgerückt sein. Gemessen am Open Interest ist der Goldkontrakt insgesamt jedoch weiterhin nicht überkauft.

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Während Managed Money in leicht überkauftes Terrain vordringt, hinkt die Kategorie Other Reported hinterher. Sie ist als Nächstes an der Reihe.

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Der Grund ist leicht zu erkennen. Diese Kategorie steht für die Lieferung. Allein im Zusammenhang mit dem Verfall des April-Kontrakts haben 20.684 Kontrakte (64,3 Tonnen) die Lieferung verlangt, weitere 1.265 Kontrakte sind noch nicht abgewickelt.

Für die Swaps (überwiegend die Handelsabteilungen der Edelmetallbanken) ist das ein Problem. Jedes Mal, wenn sie in den Markt eingreifen, nutzen Käufer, die Lieferung wünschen, die Gelegenheit, ihre physischen Positionen aufzubauen. Und anhand der COT-Daten sehen wir, dass ihre gesamten Verbindlichkeiten wieder zu steigen beginnen: Ihre Brutto-Short-Positionen beliefen sich am 28. März auf 44,9 Mrd. $. Diese verteilen sich auf 23 Händler in dieser Kategorie, was einem durchschnittlichen Engagement von jeweils 1,73 Mrd. $ entspricht.

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Ostern bietet ihnen jedoch stets die Gelegenheit, die Terminkurse zu drücken, Long-Stopps auszulösen und sich für den Handel nach Ostern zu positionieren. Die US-Aktienmärkte sind heute geschlossen, und auch viele europäische Märkte bleiben am Karfreitag geschlossen. Am Ostermontag sind London und viele europäische Märkte ebenfalls geschlossen.

Normalerweise würde man erwarten, dass der Markt vor dem Osterwochenende nachgibt, weil die Händler die Maßnahmen der Swaps vorwegnehmen. Dass dies nicht geschehen ist, deutet darauf hin, dass physische Käufer das Geschehen bestimmen, wenn auch noch nicht den Preis.

Die Händler der Edelmetallbanken werden mit Sicherheit versuchen, ihre Short-Positionen im dünnen Feiertagshandel einzudecken. Doch die Chancen stehen zunehmend gegen sie. Da ihre Bankenschatzmeister die Bilanzsummen verringern wollen, dürfte es ihnen kaum möglich sein, ihre Short-Positionen noch deutlich auszuweiten, sodass die Wahrscheinlichkeit einer Kapitulation steigt. 

Bemerkenswert ist, dass die Zentralbanken ihre physischen Bestände aufstocken und damit ein klares Signal senden, dass sie Dollar verkaufen. Als Nächstes folgt unsere Grafik zum handelsgewichteten Dollarindex (TWI).

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Fällt der TWI unter 100,5, werden nicht nur ausländische Dollarhalter ihre Verkäufe voraussichtlich beschleunigen, sondern auch die Hedgefonds der Kategorie Managed Money werden Blut wittern und im Rahmen ihrer Pairs-Trading-Strategie Dollar verkaufen und Gold-Futures kaufen.

Daher ist die Entwicklung des TWI des Dollars wahrscheinlich der beste Indikator, den man beobachten sollte. Silber hat unterdessen aufgrund von Lagerknappheit und besserer Aussichten für die chinesische Wirtschaft besser abgeschnitten. Das Gold-Silber-Verhältnis ist auf 80,4 gefallen und hat weiteres Abwärtspotenzial, deutet aber bislang darauf hin, dass Silber nicht als Geld bewertet wird. 

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