Edelmetallpreise legen eine Pause ein …

Dieser Preisrückgang könnte die beste Gelegenheit bieten, Gold und Silber zu kaufen, bevor die anhaltende Nachfrage Chinas die Preise weit nach oben treibt.

Eine Grafik, die die Entwicklung von Gold und Silber zeigt

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Gold und Silber haben in dieser Woche deutlich korrigiert: Gold lag im europäischen Handel heute Morgen bei 2.342 US-Dollar und damit 85 US-Dollar unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Silber verlor im selben Zeitraum 1,30 US-Dollar und notierte bei 30,56 US-Dollar. Nominal wirken diese Zahlen zwar groß, doch in Prozent gerechnet und angesichts der jüngsten Anstiege sind diese Korrekturen als zu erwarten anzusehen.

Es ist inzwischen weithin anerkannt, dass beiden Metallen aus den westlichen Tresoren abgezogen werden, um die Nachfrage in China zu decken. Insbesondere die Volatilität von Silber deutet auf einen alarmierenden Mangel an Liquidität in den westlichen Tresoren hin, zumal der weitaus größte Teil des eingelagerten Goldes und Silbers Verwahrbestand ist und damit Market Makern und Edelmetallbanken nicht zur Absicherung ihrer Positionen zur Verfügung steht.

Viele Goldanhänger vermuten, dass Edelmetallbanken im Rahmen ihrer Preisdrückungsstrategien auf zweckgebundene Reserven beider Metalle zugreifen. Ob das Verschwörung oder Tatsache ist, sollte uns nicht beschäftigen. Das Problem für das Papiermarkt-Establishment, das es gewohnt ist, die Werte von Terminkontrakten und Futures zu steuern, besteht darin, dass ihm die Preisbildung entzogen wird. So wurde Silber in dieser Woche zeitweise in Shanghai zum Gegenwert von 36 US-Dollar gehandelt, ein Aufschlag von 4 US-Dollar oder 11 % auf den Kassapreis. Chinesische und andere Banken haben offenkundig einen starken Anreiz, diese Differenzen durch Arbitrage zu nutzen, indem sie Silber in London und an der Comex beschaffen und in Shanghai liefern lassen.

Es ist keine Übertreibung zu behaupten, dass die Preise nicht mehr an den Papiermärkten des Westens bestimmt werden. Das ist etwas, worauf Goldanhänger gehofft haben, dessen Tragweite sie aber vielleicht noch nicht erfassen. Wo steht damit das Establishment der Edelmetallbanken?

Die Short-Positionen der Comex-Swaps in Silber sind alarmierend geworden, wie die nächste Grafik zeigt:

Ein Diagramm mit blauen Linien

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Bei einer Netto-Short-Position von 37.522 Kontrakten entspricht dies 187.610.000 Unzen, also über 20 % der weltweiten Minenproduktion. Es ist zudem die größte Netto-Short-Position seit April 2017, als Silber nur 17,40 US-Dollar kostete; die finanzielle Verpflichtung (der mögliche Schaden) ist zu aktuellen Preisen also weit größer. Darüber hinaus wurden in diesem Jahr weitere 78.975.000 Unzen Silber zur Lieferung angedient, was 2017 nicht der Fall war.

Für einen illiquiden Markt ist die Silberposition des Establishments, gelinde gesagt, besorgniserregend. Zwei Ereignisse könnten sie zum Kippen bringen: Steigt Gold weiter im Wert, wird Silber ihm mit der doppelten Rate folgen; und sollte die Nachfrage der Öffentlichkeit nach ETFs, Münzen und Barren eine optimistischere Haltung widerspiegeln, wird sich der Druck auf das Establishment verstärken.

Beides erscheint wahrscheinlich. Der Chart für Gold in US-Dollar sieht sehr positiv aus, und in diesem Zusammenhang ist die aktuelle Korrektur völlig normal; sie könnte den Preis zurück an den 55-Tage-Durchschnitt führen, der derzeit bei 2.290 US-Dollar liegt: 

Ein Diagramm eines Preises

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Dass die Papiermärkte die Kontrolle über die Preisbildung verlieren, wird deutlich, wenn man die mögliche Nachfrage und das Verhalten der chinesischen Privatsparer betrachtet. Ihre jährlichen Ersparnisse belaufen sich auf etwa 46 Billionen Yuan (6,3 Billionen US-Dollar), was 85.000 Tonnen Gold entspricht. Da Immobilien und Aktienmarkt aus der Mode sind, fließt das meiste davon in Bankeinlagen. Zweifellos bedarf es nicht viel, damit die goldaffine chinesische Bevölkerung beginnt, die Preise nach oben zu treiben. Tatsächlich hat dies bereits begonnen.

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