Papiergold und Papiersilber sind bei sehr dünnem Handel abverkauft worden. Das Edelmetall-Establishment ist eilig dabei, seine Short-Positionen glattzustellen und Long-Positionen aufzubauen, da sich der Ausblick für Gold zunehmend bullisch darstellt.
Das nachstehende Chart zeigt, dass sich Gold als schön konsolidierend beschreiben lässt, was ihm eine solide Plattform für den nächsten Aufwärtsschub gegenüber dem Dollar verschafft. Unterdessen destabilisiert der Krieg im Iran den weltweiten Exporteur von Anlagekapital – Japan. Die Folgen werden den Einbruch der Anleihe- und Aktienkurse und damit das Ende aller Fiat-Währungen zwangsläufig beschleunigen. Trotz seiner derzeitigen Volatilität bleibt physisches Gold der wahre sichere Hafen.

In dieser Woche wurden Gold und Silber an den Finanzmärkten kräftig abgewertet, da diese sich der Realität eines lang andauernden Konflikts mit dem Iran bewusst werden. Der gestrige Tag (Donnerstag) war besonders schwierig, doch haben sich die Kurse von den Tiefstständen etwas erholt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes steht Gold heute Morgen bei 4.670 US-Dollar, ein Minus von 345 US-Dollar auf Wochensicht, und Silber liegt mit 71,90 US-Dollar um 8,60 US-Dollar im Minus. Beim scharfen Ausverkauf hat das Handelsvolumen von Gold an der Comex deutlich zugenommen, was auf einen möglichen Boden hindeutet, bei Silber weniger.
Für Investmentmanager gleicht das Drehbuch dem der Finanzkrise 2008–2009, als Gold von 1.000 auf 680 US-Dollar fiel, während die Aktien einbrachen und der handelsgewichtete Dollar-Index von 72 auf 88 stieg. Der hochliquide Dollar gilt in Zeiten extremer Krisen als sicher, und diesmal ist es nicht anders: Die Dollar-Rally hat ihn von 96,30 wieder bis an die Marke von 100 geführt:

Nach dem Rückgang des Goldpreises um 30 % in den Jahren 2008–2009 führten die Folgen der Finanzkrise dazu, dass sich der Goldpreis auf 1.920 US-Dollar verdreifachte und der handelsgewichtete Dollar-Index von 88 auf 75 sank. Diesem Muster folgt die Entwicklung heute – bisher.
Ob Händler und Market Maker der Edelmetallbanken dies verstehen, spielt keine Rolle. Sie nehmen jeden Tag, wie er kommt, und nutzen jede Gelegenheit, ihre Bücher auszugleichen und dabei profitabel zu handeln. Wenn sie wahrnehmen, dass Spekulanten Long positioniert sind und deren Käufe nachlassen, drücken sie die Preise, um Long-Stopps auszulösen. Für die Short-Positionen gilt umgekehrt dasselbe. Der Unterschied heute besteht jedoch darin, dass die Spekulanten kaum noch Long-Positionen haben, die sich abschütteln ließen. Besonders deutlich ist dies bei Silber, wo das Open Interest an der Comex nach der vorläufigen Schätzung von heute Morgen so niedrig ist wie seit über 20 Jahren nicht mehr:

Der aktuelle Preisabschlag bei Silber ist eindeutig Papierdunst und im Hinblick auf seinen physischen Wert bedeutungslos. Dasselbe gilt für Gold, trotz seiner im Vergleich zu Silber besseren Handelbarkeit. Während die Edelmetallbanken im Westen ihre Papierspiele treiben, ist die Nachfrage nach physischem Gold in China so groß, dass die dortigen Banken ihre Kunden rationieren; die täglichen Zuteilungen seien Berichten zufolge innerhalb von Minuten ausverkauft. Dadurch wird Gold aus anderen Handelszentren abgezogen.
Chinesische und asiatische Sparer haben die Folgen des Kriegs gegen den Iran besser erfasst als ihre westlichen Pendants, da sie stärker auf Energie vom Persischen Golf angewiesen sind. Wirtschaftlich zerstörerischer als für Japan ist dies nirgends: Das Land bezieht 70 % seines Öls vom Golf und 90 % aus der gesamten Region. Das erklärt, warum der Nikkei-Index bisher das größte Opfer des Krieges ist. Doch das ist erst der Anfang der Probleme Japans und damit aller Kreditmärkte.
Lau Vegys von Doug Caseys Crisis Investing (dougcasey@substack.com) weist darauf hin, dass infolge der Ölkrise von 1973 die Inflationsrate in Japan um 20 % stieg und Panikkäufe die Regale leerten. Er führt weiter aus, dass das Problem heute durch die desolate Lage der japanischen Finanzen mit einer Staatsverschuldung von 255 % des BIP noch verschärft wird.
Die Preisinflation wird in den kommenden Monaten eindeutig ein großes Problem für Japan sein. Die Bank von Japan wird nicht nur gezwungen sein, die Zinsen kräftig anzuheben, wenn sie einen Zusammenbruch des Yen verhindern will. Die Aktien werden einbrechen und die Anleiherenditen in die Höhe schnellen. Wie das nachstehende Chart zeigt, sind diese Anleiherenditen bereits jetzt so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr:

Die aktuellen Renditen japanischer Staatsanleihen (JGB) preisen einen Inflationsschub bei Weitem nicht ein, und sie dürften auf dem Weg zu 10 % oder sogar mehr sein. Das würde nicht nur das gesamte japanische Finanzsystem und seine Währung zusammenbrechen lassen, sondern Japans Institutionen sind die weltweit größten Exporteure von Anlagekapital, und der Yen ist die Grundlage des Carry Trade in Dollar-Schulden – beides wird zwangsläufig enden und sich umkehren.
Dies ist heute die offensichtliche Quelle künftiger globaler Kreditinstabilität. Neben Japan sehen auch andere G7-Staaten ihre zehnjährigen Anleiherenditen auf neue Höchststände zusteuern, namentlich das Vereinigte Königreich, Deutschland und Frankreich. Wir betreten das Terrain fallender Dominosteine, in dem der einzige Schutz darin besteht, aus allen Formen von Kredit auszusteigen, einschließlich Währungen und Aktienmärkten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine globale Finanz- und Kreditkrise zeitlich vorgezogen wird. Die heutigen Kursabschläge bei Gold und Silber sind lediglich Täuschungsmanöver, die unerfahrene Anleger in die Irre führen sollen; diese werden es bereuen, sich von professionellen Händlern zum Verkauf verleiten lassen zu haben.