Der Zweck ordnungsgemäßer Buchführung besteht darin, das Nettovermögen zu einem beliebigen Zeitpunkt zu beziffern – ebenso wie die Veränderung gegenüber einem früheren Stichtag.
Es versteht sich von selbst, dass der verwendete Maßstab, das Geld, konstant sein sollte, wenn Vergleiche über die Zeit aussagekräftig sein sollen. Nur dann spiegeln die Preise von Kapitalgütern, Konsumgütern und Dienstleistungen ihre sich ändernden Werte wirklich wider und geben Unternehmern wichtige Signale. Bei instabilem Fiat-Geld verlieren Marktsignale einen Großteil ihrer Aussagekraft.
Es ist nicht üblich, dass sich Unternehmer darüber Sorgen machen. Sie arbeiten in der Regel mit Managementberichten, die meist monatlich erstellt werden, und über diesen Zeitraum bleibt eine an Wert verlierende Währung unbemerkt – außer bei monetären Extremen. Unternehmer sollten dem Problem jedoch Beachtung schenken, denn der Aufbau unternehmerischen Vermögens vollzieht sich über viele Jahre; sein produktiver Wert kann durch Schwankungen der Kaufkraft instabilen Geldes erheblich verändert werden.
Regierungen in Ländern wie dem Vereinigten Königreich haben durch Währungsabwertung einen Großteil ihrer verarbeitenden Industrie zerstört, während Deutschland mit einer Geschichte herausragender Ingenieurskunst und einer stabilen Währung einen Gegenpol bildet. Der deutsche Unternehmer der Nachkriegsjahre hatte eine relative Sicherheit der Wirtschaftsrechnung, die es ihm erlaubte, sein produktives Vermögen aufzubauen, während die britische Wirtschaftslobby darauf setzte, aufeinanderfolgende Regierungen dazu zu bewegen, die Kosten durch eine Abwertung des Pfunds niedrig zu halten, statt eigene Mittel in eine effizientere Produktion zu investieren.
Kosten durch die Steuerung der Währung zu senken, bedeutet, weniger höflich ausgedrückt, nichts anderes, als der Erwerbsbevölkerung die Kaufkraft ihrer Löhne zu rauben. Wirtschaftlich betrachtet besteht die Erwerbsbevölkerung jedoch aus einzelnen Unternehmern, die ihre Fähigkeiten und ihre Arbeitskraft an Arbeitgeber verkaufen. Sie sind ebenso wie kleine Unternehmen die unbewussten Opfer der Abwertung. Zumindest kurzfristig beglückwünschen sich die zentralen Planer, die das Fiat-Geld manipulieren, jedoch dazu, Arbeitsplätze gerettet zu haben.
Die Kosten fallen später an: Die Verbraucher, die ihrerseits ebenfalls Unternehmer und Sparer sind, zahlen die Rechnung durch höhere Preise und verlieren bei ihren Ersparnissen durch niedrigere Zinsen und einen geringeren Geldwert. Worin liegt also der Nutzen?
Es gibt keinen. Die Geschichte der Nationen, deren Regierungen solides Geld respektieren, wie Deutschland und Japan in den Nachkriegsjahren, ist trotz ansonsten wirtschaftlich inkompetenter Regierungen eine Geschichte anhaltenden wirtschaftlichen Fortschritts. Dem steht das Vereinigte Königreich gegenüber, ebenso einige europäische Länder, deren fortwährende Abwertungen stets von wirtschaftlicher Schwäche begleitet waren. Seither haben alle Regierungen ihre Bemühungen zur Entwertung der Währung verstärkt. Dennoch ist bemerkenswert, dass es Unternehmen langfristig mit einer stabilen Währung besser geht als mit den vermeintlichen Vorteilen dieser fortwährenden Abwertungen.
Diese Lehre ist den heutigen Ökonomen nicht so klar, weil Japan vor über 20 Jahren eingebrochen ist, Deutschland seine Währung zugunsten des Euro aufgegeben hat und wir nun ein schlimmeres Bündel an Problemen haben. Wer jedoch versteht, dass die Währungsabwertung nur dazu dient, die Mehrheit der Gesellschaft zu betrügen, muss alarmiert sein, dass die Regierungen nahezu aller fortgeschrittenen Volkswirtschaften um die Wette darin wetteifern, ihre Bürger auf diese Weise zu berauben.
Statt eine lazarusgleiche Erholung der Wirtschaft herbeizuführen, scheitert dieser Ansatz bereits, weil die Grundlage der wirtschaftlichen Kalkulation selbst zerstört wird. Wer weiß heute noch, was irgendetwas wert ist? Wir kennen jedoch das unvermeidliche Ergebnis dieses Wahnsinns, und es ist nicht gut.