Die transatlantische Panik

In den vergangenen Monaten hat die europäische Staatsschuldenkrise eine transatlantische Dimension angenommen. Das politische Gebaren im Sommer rund um die Debatte über die Anhebung der Schuldenobergrenze der US-Regierung hat die Fragilität ihrer finanziellen Lage deutlich gemacht.

Dieses Erwachen führte wiederum dazu, dass die US-Regierung ihr Spitzenrating (Triple-A) verlor, und zu einem stärkeren Bewusstsein dafür, dass zahlreiche US-Bundesstaaten und Kommunen schon zu lange über ihre Verhältnisse gelebt haben, was durch die jüngste Insolvenz von Jefferson County in Alabama, der größten kommunalen Insolvenz in der Geschichte der USA, unterstrichen wurde. Und wie diese Woche deutlich wurde, sind sich die Politiker in Washington in der Frage der Kürzung des Bundesdefizits weiterhin uneins. All dies hat zu größerer finanzieller Unruhe auf beiden Seiten des Atlantiks beigetragen.

Zu den übermäßig verschuldeten Staaten müssen wir das Vereinigte Königreich hinzufügen, das eine Herabstufung von der Bestnote AAA wahrscheinlich eher verdient hat als die USA. Alarmierender ist die Tatsache, dass das Problem überschuldeter Regierungen nicht auf Europa oder Nordamerika beschränkt ist. Das Problem ist global. Japan hat die zweifelhafte Auszeichnung, zu den am höchsten verschuldeten Staaten zu zählen. Man denke auch an die chinesischen Banken, von denen viele der Politik der chinesischen Regierung folgten, Lieblingsprojekte zu finanzieren, und deshalb mit einer unkalkulierbaren Menge an Krediten überladen sind, die nie zurückgezahlt werden. Den Fußstapfen dieser größeren Volkswirtschaften folgend, haben sich auch Dutzende kleinerer Länder zu stark verschuldet.

Obwohl das Ausmaß des Problems, das die Märkte und die Wirtschaftstätigkeit schon vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers belastet hat, global ist, sind die Kernursachen überall dieselben. Erstens gibt es zu viele Schulden, was sich zunehmend als Realität durchsetzt, die sowohl von Kreditnehmern als auch von Kreditgebern erkannt wird. Wenn diese ihre Verschuldung auf ein vernünftigeres Maß zurückführen, sinkt die Wirtschaftstätigkeit, was zum zweiten Problem führt.

Viele Kredite, die Banken in den Boomjahren vergeben haben, übersteigen bei Weitem die Rückzahlungsfähigkeit vieler Kreditnehmer. Diese zweifelhaften Vermögenswerte in den Bankbilanzen sind in vielen Fällen größer als das Eigenkapital der Bank, was bedeutet, dass die Bank zahlungsunfähig ist. Dieser Zustand gefährdet die Währung, die ihre Kunden bei ihr als Einlage halten. Die Tatsache, dass so viele Banken über zu wenig Kapital verfügen, um die Verluste aus minderwertigen Schulden aufzufangen, führt zum dritten Problem.

Die politischen Entscheidungsträger scheinen nicht bereit zu sein, die Realität zu akzeptieren, dass auf einen nicht nachhaltigen Boom mit derselben Gewissheit eine Finanzkrise folgt, mit der auf den Tag die Nacht folgt. Sie glauben offenbar, dass sie aufhalten können, was sich zu einem chaotischen Zugunglück entwickelt. Glauben Sie ihnen nicht.

Ihre einzige Reaktion bestand darin, schlechtem Geld gutes hinterherzuwerfen, indem sie die Zentralbanken zwingen, uneinbringliche Staatsschulden zu kaufen, die Marktteilnehmer nicht haben wollen, und indem sie Leerverkäufe an verschiedenen Aktienmärkten verbieten. Diese Maßnahmen der Regierungen machen deutlich, dass sie nicht in der Lage sind, ihre eigenen Finanzangelegenheiten in Ordnung zu bringen. Es herrscht ein allgemeiner Mangel an politischem Willen, die nationalen Geld- und Finanzsysteme wieder auf eine solide Grundlage zu stellen.

In der heutigen Lage, in der die Federal Reserve für mindestens zwei weitere Jahre Zinsen nahe null versprochen hat und die EZB zugesagt hat, italienische und spanische Anleihen zu kaufen, sind zwei Dinge klar.

Die gegenwärtige Finanzkrise ist noch nicht vorbei. Der Bullenmarkt bei Gold und Silber ebenso wenig.

Zurück zu den Goldmoney Analysen