Ich kritisiere die Arbeit anderer nur sehr selten, möchte aber im Fall von Paul van Eeden von Cranberry Capital eine Ausnahme machen.
Herr van Eeden erklärte in einem Interview mit The Gold Report, „der Wert von Gold liegt bei etwa 900 US-Dollar pro Unze. Die Erwartung einer Geldinflation hält die Goldpreise hoch." Er führt aus, dass die quantitative Lockerung nicht die erwartete Inflation hervorbringe. Ziel dieses Artikels ist es, auf einige Trugschlüsse hinter seinem Ansatz hinzuweisen, wobei Herr van Eeden damit keineswegs allein ist. Und genau hier werden eine Reihe grundlegender Fehler begangen.
Wir beginnen mit der Definition des Wertes. Laut dem Glossar von von Mises' Human Action ist Wert „stets relativ, subjektiv und menschlich, niemals absolut, objektiv oder göttlich". Er zeigt sich im menschlichen Handeln und gehört damit derselben subjektiven Kategorie an wie Fairness und Moral. Wenn Herr van Eeden vom Wert des Goldes spricht, äußert er also im Grunde lediglich eine persönliche, subjektive Meinung. Er begründet seine Überzeugung mit einer selbst erfundenen Geldstatistik und vergleicht deren Wachstumsrate mit der Steigerungsrate des Goldpreises. Der grundlegende Fehler von Herrn van Eeden besteht hier in der Annahme, es gebe einen physischen Zusammenhang zwischen Änderungen der Geldmenge und dem Goldpreis. Zunächst einmal besteht keine Konvertibilität zwischen beiden, und Fiat-Dollars sind von Natur aus wertlos, sodass sie realistischerweise keine Grundlage für eine gültige Geldgleichung bilden können.
Der Dollar hat nur deshalb einen Wert, weil die Devisenmärkte und die Menschen, die ihn verwenden, annehmen, dass er einen Wert hat, der vage auf dem Ansehen des Emittenten beruht. Dies kann sich plötzlich und erheblich ändern, unabhängig von Änderungen der umlaufenden Menge: Fragen Sie jeden, der vor einigen Jahren isländische Kronen besaß. Ebenso hat Gold einen Wert, der sich, in Papiergeld gemessen, plötzlich ändern kann, ohne dass die Minenproduktion sprunghaft steigt, wenn die Menschen ihre Präferenzen zwischen Gold und Geld einfach verschieben.
Wäre Herrn van Eedens Sichtweise des Wertes im Kern gerechtfertigt, müsste man erwarten, dass Ausländer, insbesondere Zentralbanken und über drei Milliarden Asiaten, ihr Gold gegen Dollar eintauschen. Stattdessen sind sie eifrige Goldkäufer, und eine Erklärung dafür erhalten wir nicht, außer der Andeutung, dass sie alle falsch liegen und Herr van Eeden recht hat. Die Asiaten interessieren sich nicht für seine Ansichten, übrigens auch nicht für meine: Sie wissen, dass Gold langfristig ein besserer Wertspeicher ist als jede Erfindung von Regierungen oder Finanzmärkten, und sie wissen dies aus Erfahrung.
Ich würde auch seine Statistiken infrage stellen. Er konstruiert etwas, das er „tatsächliche Geldmenge" nennt und das lediglich die Summe aus Bargeld und Einlagen ist. Unerklärlicherweise schließt er Girokonten aus.
Sie müssen nur wissen, dass die österreichische, also die wahre Geldmenge in Dollar, für die es eine solide theoretische Grundlage gibt, das 23-Fache des Wertes des Goldes beträgt, das sich angeblich im Besitz des US-Finanzministeriums befindet. Auf Grundlage dieses Verhältnisses lautet meine zugegebenermaßen subjektive Ansicht, dass der Dollar in einer Zeit zunehmender globaler Systemrisiken im Verhältnis zu Gold massiv überbewertet ist und nicht umgekehrt.