
Gold und Silber hatten eine bessere Woche: Gold liegt im europäischen Handel heute Morgen bei 2.369 $ und damit 67 $ über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, Silber notiert bei 28,60 $ und damit 2,10 $ höher im gleichen Zeitraum. Beim Comex-Goldkontrakt gab es etwas mehr Handelsvolumen, beim Silber war es jedoch verschwindend gering, wie unten dargestellt.

Der Großteil der Bewegung fand gestern (Donnerstag) statt, als eine schwache Zahl bei den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe Gold und Silber steigen und die Anleiherenditen sinken ließ. Kommentatoren werteten dies als Hinweis auf eine größere Wahrscheinlichkeit einer frühen Senkung des Leitzinses (Fed Funds Rate), was den Rückgang der Anleiherenditen erklärt. Zudem verringerte eine erfolgreiche Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen die Befürchtungen vor Finanzierungsschwierigkeiten.
Dies ist wahrscheinlich eher Hintergrundrauschen als aussagekräftige Information, da die Zahlen zu den Erstanträgen bekanntermaßen irreführend sind. Einen besseren Hinweis darauf, was geschieht, liefert das untere der beiden obigen Diagramme zum täglichen Comex-Volumen bei Silber. Die eindeutige Erklärung für die Entwicklung des Silberpreises ist ein „Bear Squeeze“ auf die Short-Positionen und nicht bullisches Kaufinteresse.
Zugegeben, gestern zog der Umsatz an, was einen Anstieg des Open Interest widerspiegelt. Das widerlegt die Hypothese eines „Bear Squeeze“ jedoch nicht. Darüber hinaus wurden in den ersten vier Handelstagen dieser Woche über 95 Tonnen Silber zur Lieferung gestellt, womit sich die Gesamtmenge in diesem Jahr bislang auf 2.312 Tonnen beläuft. Zum Vergleich: Dies entspricht 21 % der weltweiten Minenproduktion in den ersten fünf Monaten des Jahres 2024.
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe liegt, wie das nächste Diagramm zeigt, wieder auf dem Unterstützungsniveau des 55-Tage-Durchschnitts.

Dies legt nahe, dass ein kluger Händler auf dem aktuellen Niveau einen Verkauf von Anleihen in Betracht ziehen wird.
An den Märkten herrscht weiterhin Selbsttäuschung hinsichtlich der Zinsaussichten, und zwar bis in die Spitzen hinein. In dieser Woche sagte Andrew Bailey von der Bank of England, obwohl das Monetary Policy Committee den Zinssatz bei 5,25 % belassen habe, rechne er angesichts der sinkenden Inflation damit, dass die Bank die Zinsen früher als erwartet senken werde. Was Bailey und die etablierte Anlegerschaft noch nicht erkennen, ist, dass letztlich ausländische Halter von Pfund Sterling die zinspolitische Agenda für das Pfund bestimmen, wie sie es auch beim Dollar tun. Wenn sie Dollar verkaufen, werden sie keine Pfund kaufen. Und es besteht kaum Zweifel, dass sie Netto-Verkäufer von Dollar sind.
Trotz der in dieser Woche erfolgreichen Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen wird die US-Schuldenfalle die Zinsen entlang der gesamten Zinskurve höher treiben, da sich Ausländer mit Sicherheit vom Dollar abwenden werden, geschweige denn Laufzeitrisiken eingehen. Und jene Anleger, die Trost in den voraussichtlichen Inflationszahlen suchen, ignorieren die anhaltende Wirkung des enormen US-Haushaltsdefizits auf die Kaufkraft des Dollars.
Die Volksbank von China verkauft weiterhin Dollar für Gold. Chinesische Spekulanten erkennen dies und sind an der Shanghai Futures Exchange verstärkt aktiv. Wir wissen, dass die Chinesen leidenschaftliche Spekulanten sind, und Analysten gehen davon aus, dass sie ihre Positionen auflösen müssen, was schließlich zu einem Rückgang des Goldpreises führt. Ich möchte zwei Anmerkungen machen: Chinesische Anleger wissen, was die chinesische Zentralbank tut und warum, und diese Spekulanten können weiter kaufen, sogar so lange, bis westliche Edelmetallbanken in den Bankrott getrieben werden.