Das letzte Knurren des Edelmetallbären?

An der Comex steht erneut der Kontraktverfall an. Der aktive Juli-Kontrakt für Silber wird am Montag abgerechnet. Der Verfall der Optionen war gestern. Stehen wir nun vor einer Erholung der Gold- und Silberpreise?

Es war ein langer, zäher Abwärtstrend: Silber hat sich seit dem Preissprung vom 29.. Januar mehr als halbiert, und Gold hat über 1.500 US-Dollar verloren. Das sollte die Freikarte der Papiermärkte sein, und es ist ihnen zweifellos gelungen, ihre Verbindlichkeiten zu verringern. Der Preis dafür war, dass China große Mengen physisches Gold aufnehmen konnte – bis einschließlich Mai dieses Jahres bislang 692 Tonnen – und sich dabei von rund 26 Mrd. US-Dollar trennte. Zudem hat China im ersten Quartal 2026 1.626 Tonnen Silber angehäuft; bis heute sind es schätzungsweise 2.000 bis 2.500 Tonnen.

Faktisch haben die westlichen Marktteilnehmer den Ausgleich ihrer Bücher mit dem Verlust großer Mengen an Edelmetall bezahlt. Und nun fordern Chinas große Banken ihre Handelskunden auf, ihre spekulativen Positionen in Gold und Silber zu schließen – dazu weiter unten mehr.

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In dieser Abschlusswoche für die Juli-Kontrakte an der Comex fiel Gold heute Morgen im europäischen Handel auf 4.050 $, das sind 160 $ weniger als zum Schluss der Vorwoche; gestern hatte es bis auf 3.960 $ nachgegeben. Silber lag bei 58,30 $ und damit im gleichen Zeitraum 6,40 $ im Minus. Seit dem 1. Januar hat Silber 18 % und Gold 6,5 % verloren.

Der Einfluss des Kontraktablaufs bei Silber zeigt sich am starken Anstieg des Handelsvolumens an der Comex:

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In der vergangenen Woche ist das Open Interest um 4.882 Kontrakte zurückgegangen, was 24.410.000 Unzen entspricht. Damit setzt sich ein langer Rückgang des Open Interest fort, der es auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten gebracht hat:

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Für die etablierten Marktmacher und die Händler der Bullion-Banken ist dies eine bemerkenswerte Bilanz bei der Risikobegrenzung. Seit Juli 2025 haben diese Akteure der Swap-Kategorie ihre Netto-Short-Positionen von 82.217 Kontrakten auf aktuell 25.706 Kontrakte reduzieren können. Zu den aktuellen Bewertungen sind die Swaps jedoch immer noch durchschnittlich mit 784 Mrd. $ short. Ihre einzige Entlastung war die Absicherung durch Produzenten, die ihre Short-Positionen im vergangenen Jahr um 16.000 Kontrakte erhöht haben.

Die Geschichte bei Gold ist ähnlich. Die nächste Grafik zum Open Interest bei Gold an der Comex verdeutlicht dies:

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Zusammenfassend lässt sich sagen: Sowohl Gold als auch Silber für die aufgeschobene Abwicklung sind so überverkauft, wie es nur geht. Es ist der Punkt, an dem Anleger, die darauf aus sind, in ihren Papierwährungen gemessenes Vermögen anzuhäufen, ihre Positionen verkauft haben, während das Establishment kauft – im Fall der Market Maker, weil sie erkennen, woher der Wind weht, und versuchen, ihre drohenden Verluste einzugrenzen.

Die Asiaten, angeführt von der chinesischen Regierung, sehen die Dinge anders. Sie wollen unser Papier nicht, sei es ein Marktversprechen zur Lieferung oder seien es Fiat-Währungen als Verbindlichkeiten der Zentralbanken der G7. In diesem Jahr wurden bisher 448 Tonnen Gold und 5.928 Tonnen Silber an der Comex zur Lieferung gestellt, trotz der entmutigenden Wirkung fallender Preise. Sie verstehen, dass echtes Geld kein Gegenparteirisiko hat, und das ist Gold. Schwankungen bei Papierwerten sind unerheblich. Die Zollstatistiken zeigen uns, dass China bis Ende Mai Papierdollar gegen 692 Tonnen Gold eingelöst hat und dies im Juni vermutlich fortgesetzt hat.

China erkennt, dass es den Goldhandel gegen den Yuan näher an die Heimat holen und der Kontrolle der USA und anderer G7-Regierungen entziehen muss. Es wäre naiv von uns, zu glauben, dass China nicht ähnliche Methoden anwenden wird, doch aus seinem Handeln geht klar hervor, dass es beabsichtigt, mit Gold den Wert der eigenen Währung zu sichern, indem es diese in einen Goldersatz verwandelt. China kann dies zu einem Zeitpunkt seiner Wahl tun, doch wenn es so weit ist, wird das gesamte Fiat-Währungssystem als Schein entlarvt werden und vor dem Zusammenbruch stehen.

Es scheint, als hätten Chinas große Banken entsprechende Hinweise erhalten. Die China Construction Bank stellt ab dem 24. Juli ihre Handelsangebote für Kunden in Gold und Silber an der Shanghai Gold Exchange ein, und die ICBC hat für dasselbe Datum eine ähnliche Ankündigung gemacht: „Der Agentur-Auktionshandel für Privatpersonen über Mobile Banking und Online-Banking wird eingestellt. Nach der Schließung werden Verkaufs- und Lieferaufträge zur Glattstellung für Kunden mit offenen Positionen eingeschränkt.“

Zusammen mit der Senkung der Transaktionsgebühren auf 0,2 % für die Goldansparkonten ihrer Kunden durch chinesische Banken zielen diese Maßnahmen offensichtlich darauf ab, die Spekulation zu verringern und die Akkumulation zu fördern. Das gemeinsame Datum, der 24. Juli, deutet darauf hin, dass ein Ereignis bevorsteht. Was das sein wird, können wir nur vermuten.

Der Zeitpunkt ist entscheidend. Handelt sie zu früh, wird China dafür verantwortlich gemacht, all unsere Probleme verursacht zu haben. Sie könnte beschließen zu warten, bis offensichtlich ist, dass sie handelt, um sich vor dem Zusammenbruch unserer Papierwährungen zu schützen, für den allein wir verantwortlich sind. Es erscheint unwahrscheinlich, dass der 24. Juli eine Bindung des Yuan an das Gold bringen wird. Könnte es eine Offenlegung dessen sein, wie viele Tonnen China in den vergangenen 40 Jahren tatsächlich außerhalb der Bilanz angehäuft hat, als ein erster Schritt zu einem Gold-Standard für den Yuan?

Was auch immer es ist: Die Botschaft der staatsnahen Banken Chinas an ihre Kunden lautet, keine Short-Positionen einzugehen!

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