Am Mittwoch gab Finnland dem öffentlichen Druck nach und legte offen, wo es seine Goldreserven lagert. Die Erklärung folgte auf eine ähnliche Pressemitteilung der schwedischen Zentralbank, die am Montag veröffentlicht worden war.
Die Bestände (in Tonnen) dieser beiden skandinavischen Länder stellen sich wie folgt dar:
| Standort | Schweden | Finnland |
| Bank of England | 61,4 | 25,0 |
| Schwedische Riksbank | 15,1 | 9,8 |
| New York Fed | 13,2 | 8,8 |
| Schweizerische Nationalbank | 2,8 | 3,4 |
| Bank von Finnland | - | 2,0 |
| Bank of Canada | 33,2 | - |
| Gesamt | 125,7 | 49,0 |
Soweit, so gut. Doch dann fügte die Kommunikationsleiterin der Bank von Finnland in einem Blog auf der Website der Bank auf Finnisch weitere Informationen hinzu. Diese sind nicht auf Englisch verfügbar, daher habe ich sie um eine Übersetzung gebeten, warte aber noch immer darauf.
Stattdessen haben mir ein finnischer Leser meines eigenen Blogs und ein finnischer Journalist, der dieses Thema verfolgt, unabhängig voneinander eine englische Übersetzung eines äußerst relevanten und interessanten Absatzes geliefert, der drei Absätze vor dem Ende steht. Dies ist die Übersetzung des Journalisten:
"Maximum half of the gold has been within investment activity over the years. Gold has been invested among other things in deposits similar to money market deposits and using gold interest rate swaps. Gold investment activity is common for central banks. The risks associated with gold investments are controlled using limits, investment diversification and limitations concerning duration."
Und die Übersetzung meines Lesers:
"Throughout these years no more than half of the gold has been invested. Gold has been invested in for example deposits similar to money market deposits and gold interest rate swap agreements. Gold investment activities are common for central banks. Risks related to gold investments are controlled with limits, decentralising investments and limits regarding run times."
Die Hälfte des finnischen Goldes lagert bei der Bank of England, und „höchstens die Hälfte“ ist „angelegt“. Sollte eine „Anlage“ erfolgen, würde sie in London stattfinden. Es ist nicht sofort klar, was mit „angelegt“ gemeint ist, vermutlich ist dies jedoch das Ergebnis einer Übersetzung des Geschehenen vom Englischen ins Finnische samt Erläuterung für ein nicht fachkundiges Lesepublikum. Wurde es jedoch angelegt, befindet es sich per Definition nicht mehr im Besitz der Bank von Finnland und wurde höchstwahrscheinlich gegen das Versprechen einer späteren Rücklieferung am Markt verkauft. Dies entspricht dem Eingeständnis der Österreichischen Nationalbank vor einem parlamentarischen Ausschuss vor einem Jahr, durch das Verleihen ihres Goldes über London 300 Mio. EUR verdient zu haben.
Es mehren sich die Belege dafür, dass westliche Zentralbanken über die Bank of England monetäres Gold durch Leihgeschäfte in den Markt einspeisen. Tatsächlich sagt der finnische Blog genau dies: „Goldanlagegeschäfte sind bei Zentralbanken üblich.“
Dies erklärt zum Teil, wie der enorme Goldhunger Chinas, Indiens und Südostasiens gestillt wird, ohne dass der Goldpreis steigt, um diese Nachfrage widerzuspiegeln. Es steht auch im Einklang mit meiner Offenlegung Anfang dieses Jahres über die Differenz von bis zu 1.300 Tonnen zwischen dem im Jahresbericht der Bank of England vom 28. Februar 2013 ausgewiesenen verwahrten Gold und der Menge, die im darauffolgenden Juni bei der virtuellen Tour auf der Website der Bank angegeben war.