Im vergangenen Jahr reagierten die Märkte nervös auf Gerüchte, dass QE3 zurückgefahren würde; in diesem Jahr leben wir mit dieser Tatsache. Es zeigte sich, dass den Märkten kaum oder gar kein Schaden entstanden ist: Die Anleiherenditen liegen auf historischen Tiefständen, und die Aktienmärkte erreichen neue Höchststände.
Dies steht im Gegensatz zum Ende von QE1 und QE2, die jeweils von Rückgängen des S&P-500-Index um 9 % bzw. 11,6 % begleitet wurden. Vermutlich sollten die Einführung von Twist und anschließend QE3 zumindest teilweise dazu dienen, die Finanzanlagen wieder auf einen steigenden Preistrend zu bringen, und das Tapering steht im Einklang mit dieser Strategie.
Aus geldpolitischer Sicht besteht nur ein loser Zusammenhang zwischen dem Wachstum des Papiergelds, gemessen an der Fiat Money Quantity, und den monatlichen Anleihekäufen der Fed. Die FMQ ist insofern einzigartig, als sie gezielt die Menge des Papiergelds misst, das auf der Grundlage des Goldes geschaffen wurde, das unsere Vorfahren den Geschäftsbanken ursprünglich im Austausch gegen Geldersatzmittel und Einlagengarantien übergeben hatten. Dieses Gold wurde im Fall der Vorfahren der Amerikaner von diesen Geschäftsbanken dann an die Fed übergeben, nachdem das Federal Reserve System geschaffen worden war. Anschließend hat die Fed Gold stets im Austausch gegen Papierdollar erworben. Die FMQ ist daher die Summe aus Bargeld, jederzeit verfügbaren Bankguthaben und bei der Fed gehaltenen Vermögenswerten der Geschäftsbanken.
Die folgende Grafik zeigt die monatlichen Zunahmen der Vermögenskäufe der Fed sowie die Veränderungen der FMQ.

Ich verwende das Doppelte der monatlichen Käufe der Fed, weil sie in der FMQ zweimal erfasst werden. Die Grafik zeigt, dass die Schaffung von Papiergeld auch ohne QE weitergeht. Somit hat QE weniger mit der Konjunkturbelebung zu tun (die es nicht erreicht hat), sondern dient eher der Finanzierung der Staatsverschuldung.
Dank der Geldpolitik der Fed, die die Nachfrage nach US-Staatsanleihen gesteigert hat, hat die Bundesregierung kein Problem mehr, ihr Defizit zu finanzieren. QE ist daher überflüssig, und das seit der ersten Erwähnung des Tapering. Das bedeutet nicht, dass QE für immer aufgegeben wird: Seine Wiedereinführung hängt vom Verhältnis zwischen dem Kreditbedarf der Regierung und der Marktnachfrage nach ihren Schuldtiteln ab.
Diese Analyse wird durch die aktuelle Lage in Japan bestätigt. Dort fällt QE mit einer Wirtschaft zusammen, die sich von Tag zu Tag verschlechtert. Man kann nicht behaupten, QE sei gut für die japanische Wirtschaft gewesen. Die Realität hinter der „Abenomics“ ist, dass Japans Regierung ein massives Defizit finanziert, während Sparer gleichzeitig Kapital aufbrauchen, um ihre laufenden Lebenshaltungskosten zu decken. Kurz gesagt: Die Finanzierungslücke wird durch das Drucken von Geld geschlossen. Und nun droht der einbrechende Yen, der die unvermeidliche Folge der Geldmengenausweitung ist, diese Torheit offenzulegen.
Abschließend ist festzuhalten, dass an den Kapitalmärkten offenbar Selbstzufriedenheit im Hinblick auf die Staatsdefizite herrscht. Eine Korrektur an den Anleihemärkten wird irgendwann unweigerlich eintreten und die Mittelbeschaffung der Staaten erheblich stören. Sollte dies eintreten, und angesichts der Tatsache, dass jedem inzwischen klar ist, dass QE dem Wirtschaftswachstum nichts bringt, wird es schwierig sein, es als verdeckten Finanzierungsmechanismus für Regierungen wieder einzuführen, ohne das Vertrauen der Märkte zu untergraben.