Der jährliche BRICS-Gipfel findet in nur sechs Wochen statt. Man geht davon aus, dass eine neue, zu 40 % goldgedeckte Währung für die Abwicklung des Handels mit dem Namen UNIT auf der Tagesordnung stehen wird. Ich glaube nicht, dass dies der Fall sein wird, und schlage eine Alternative vor.
Die unausgereifte UNIT
Alexey Subbotin, Investor und Unternehmer, und Ji Luo, Investmentmanager für die Anlagetätigkeit von Family Offices und ausgebildeter Informatikingenieur, haben ein Papier über eine vorgeschlagene BRICS-Handelswährung verfasst, die sie UNIT nannten (https://wp.unitfoundation.org/). Einige der wenigen westlichen Kommentatoren, die die BRICS-Entwicklung verfolgen, gehen allgemein davon aus, dass sie die Grundlage eines Vorschlags sein wird, der auf dem BRICS-Gipfel eingebracht werden soll. Ein russischer Fachmann, der mit einem chinesischen Kollegen zusammenarbeitet, erweckt äußerlich den Anschein eines gemeinsamen, von der russischen und der chinesischen Regierung getragenen Projekts. Angesichts des Hintergrunds der Verfasser ist dies jedoch nicht der Fall.
Darüber hinaus kann ich am UNIT-Vorschlag wenig Vorzüge und einige gravierende Mängel erkennen. Dass eine 40-prozentige Golddeckung sinnvoll ist, darüber sind wir uns alle einig. Doch die übrigen 60 % in Fiat-Währungen ohne Möglichkeit der Umwandlung in Gold, die lediglich täglich in Gold bewertet werden, sind unnötig umständlich, und der Rücknahmevorschlag ist nicht praktikabel. Der Einsatz der Blockchain-Technologie ist überflüssig und zeugt von einem mangelhaften Verständnis des Verhältnisses zwischen Geld und Kredit. Ein Beleg dafür ist, dass die Zinsen auf die vorgeschlagene Währung mit keinem Wort erwähnt werden.
Jedenfalls müssen die Regelungen für die Glaubwürdigkeit einer Währung so einfach und verständlich wie möglich sein, um das Vertrauen der Nutzer in sie zu maximieren. Allein aus diesen Gründen scheitert die UNIT.
Der Grund, dieses Thema wieder aufzugreifen (über das ich im März geschrieben habe), ist, dass bereits verstärkt darüber spekuliert wird, dass dieser Vorschlag einer Handelswährung auf der Tagesordnung des Gipfels stehen wird. Aus verschiedenen Äußerungen (insbesondere von Vizeaußenminister Sergej Rjabkow und von Sergej Glasjew, der für das Währungsprojekt der Eurasischen Wirtschaftsunion zuständig ist) können wir jedoch schließen, dass die UNIT keine Rolle spielen wird und dass eine Handelswährung, falls sie vorgeschlagen wird, wahrscheinlich als Absichtserklärung eingebracht wird, die weiterer Beratung bedarf.
Die Geschwindigkeit, mit der sich die Probleme des Dollars häufen, legt nahe, dass die BRICS-Mitglieder, zweifellos zusammen mit der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und der Eurasischen Wirtschaftsunion, nicht genügend Zeit für ausgedehnte Beratungen haben, um in dieser Frage zu einer Einigung zu gelangen. Stattdessen ist es, sei es aus defensiven oder offensiven Gründen gegen den Dollar, sinnvoller, einen echten Goldstandard einzuführen, den die BRICS-Mitglieder für den Handel untereinander nutzen können, aber nicht müssen. Er ließe sich innerhalb von ein bis zwei Monaten statt in Jahren einrichten, und angesichts eines kollabierenden Dollars wird dies möglicherweise auch nötig sein.
Ein Goldstandard bietet zudem klare Vorteile für Russland, dessen Finanzen ihm, vielleicht mit geringfügigen Anpassungen, bereits entsprechen. Sowohl für Russland als auch für eine BRICS-Währung lässt sich ein echtes Goldsubstitut einfach und unkompliziert einführen. Um zu verdeutlichen, wie einfach das ist, beschreibe ich es im nationalen Rahmen für Russland, es kann aber ebenso für ein völlig neues grenzüberschreitendes Medium zur Abwicklung des Handels eingerichtet werden.
Eine Währung ist stets Kredit und verleiht ihren Wert allen nachrangigen, auf sie lautenden Kreditformen. Ziel ist es, den Wert der Währung fest an Gold zu binden, die ultimative Form des Geldes, sodass die Währung unzweifelhaft zu einem Goldsubstitut wird.
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