Russland hat im vergangenen August versucht, eine goldgedeckte Handelsabwicklungswährung auf die Agenda der BRICS-Staaten zu setzen, ist damit aber gescheitert. Den wenigen öffentlichen Stellungnahmen hochrangiger russischer Vertreter nach zu urteilen, hat offenbar ein Umdenken stattgefunden. In diesen Stellungnahmen wurde Gold fallen gelassen, und es scheint, dass sich die Russen nun schwertun, eine tragfähige Alternative zu finden. Und die vorgeschlagene Erweiterung der Mitgliedschaft erschwert es wahrscheinlich noch weiter, eine einstimmige Einigung darüber zu erzielen, wie man den Dollar abschaffen kann.
Russland hat in diesem Jahr den BRICS-Vorsitz inne, nachdem es den Staffelstab von Südafrika übernommen hat, und die Mitgliedschaft ist auf zehn Staaten angewachsen. Von den 30 Staaten, die im vergangenen Jahr Interesse bekundet haben, haben weitere 15 Länder formell einen Antrag auf Beitritt zu den BRICS gestellt. Als kommissarischer Vorsitzender wird Russland wahrscheinlich weitere Mitgliedsanträge zulassen, um die BRICS und den eigenen Einflussbereich zu vergrößern.
Präsident Putin hat in seiner Neujahrsansprache die Ziele Russlands für die BRICS im kommenden Jahr dargelegt. Der folgende Auszug stammt aus der englischen Übersetzung:
„Insgesamt werden im Rahmen des Vorsitzes in vielen russischen Städten über 200 Veranstaltungen unterschiedlicher Ebenen und Formate stattfinden. Wir ermutigen Vertreter aller Länder, die an einer Zusammenarbeit mit unserer Organisation interessiert sind, daran teilzunehmen. Der BRICS-Gipfel in Kasan im Oktober wird den Höhepunkt unseres Vorsitzes bilden.“
Mit durchschnittlich mehr als fünf geplanten Veranstaltungen pro Woche hat Russland seine Agenda für die BRICS sehr detailliert ausgearbeitet; sie wird parallel zu seinen militärischen und energiepolitischen Strategien verlaufen. Das Ziel muss eindeutig sein, die feste Unterstützung aller derzeitigen und künftigen BRICS-Mitglieder für Russlands strategische Ziele zu sichern, wozu auch gehört, den Dollar als Devisen- und Handelsabwicklungsmedium so weit wie möglich zu ersetzen.
Die Leser werden sich erinnern, dass Russland eine goldgedeckte Handelsabwicklungswährung auf die Agenda von Johannesburg setzen wollte, aber die erforderliche einstimmige Unterstützung der damaligen Mitglieder nicht erhielt. Im Nachhinein können wir die frühzeitige Durchsickerung des Vorschlags als ein Mittel betrachten, Druck auf die Abweichler auszuüben. Doch das keynesianisch geprägte Indien war entschieden dagegen, und China zeigte sich lauwarm. Folglich scheint Russland nun einen anderen Ansatz zu verfolgen.
Dieser Artikel bewertet die aktuelle Lage und kommt zu dem Schluss, dass die Politik das Projekt in ein solches Durcheinander geführt hat, dass eine neue BRICS-Handelsabwicklungswährung niemals zustande kommen wird.
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