BRICS-Handelswährung: aufgeschoben oder aufgegeben?

Am vergangenen Freitag schloss Präsident Putin eine neue BRICS-Währung vorerst aus, da diese nicht zur Debatte stehe, und warb stattdessen für die Abwicklung des Handels in nationalen Währungen. 

Die Idee einer gemeinsamen, goldgedeckten BRICS-Währung wurde erstmals vor über einem Jahr in den Raum gestellt, als die russische Botschaft in Nairobi durchsickern ließ, sie werde auf der Tagesordnung des Gipfels in Johannesburg im August 2023 stehen. Sie schaffte es nicht auf die Agenda, da Indien sich entschieden dagegen aussprach und China offenbar nur wenig Begeisterung zeigte. Offensichtlich haben die Meinungsverschiedenheiten während der gesamten russischen Präsidentschaft angehalten. Und je größer die BRICS werden, desto unwahrscheinlicher wird eine Einigung auf eine Währung.

Warum aber steigt der Goldpreis dennoch weiter? Darauf komme ich später zurück.

Ich denke, wir können eine BRICS-Währung zur Abwicklung des Handels inzwischen ausschließen. Putins anschließende Äußerung, man wolle den Einsatz digitaler Währungen im gegenseitigen Handel und bei Investitionen prüfen, ist völlig bedeutungslos. Eine Währung ist bereits ihrer Form nach digital. Sie ist Kredit, der von jeder Bank geschaffen werden kann, sofern diese Zugang zu einer Interbanken-Abwicklungseinrichtung hat, um ihre Bücher ausgeglichen zu halten. Zentralbanken geben sie bereits an Geschäftsbanken aus. Die Vorstellung, Zentralbanken sollten sie ausgeben, um Unternehmen zu finanzieren und in sie zu investieren, wie es die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich vorschlägt, ob mit oder ohne Blockchain, ist nicht nur inflationär, sondern absurd.

Stattdessen bestätigte Putin, dass die BRICS-Staaten den Handel weiterhin in nationalen Währungen abwickeln werden. Das ist unvermeidlich, solange Indien erklärt, an der Entdollarisierungsagenda nicht interessiert zu sein und den Dollar weiterhin nach eigenem Ermessen zu nutzen. Es verdeutlicht eine Realität: Die Vielfalt nationaler Interessen unter dem Dach der BRICS macht eine Einigung auf nahezu alles außer dem Marktzugang zunehmend schwierig, je mehr Mitglieder hinzukommen. Aus diesem Grund erscheint es sinnvoll, für die rund 30 beitrittswilligen Staaten eine Art assoziierte Mitgliedschaft oder Partnerschaft einzuführen und ihnen die Vollmitgliedschaft erst zu gegebener Zeit anzubieten, wenn Umstände und Gelegenheiten es zulassen.

In seiner Erklärung schloss Putin eine Währung zur Abwicklung des Handels nicht gänzlich aus, sondern nur, dass sie verfrüht sei. Die Zwischentöne aus Moskau deuten darauf hin, dass er sie mit Golddeckung befürwortet, vielleicht aus politischen Gründen. Er versteht sicherlich, dass die Rückkehr zur Golddeckung einer beliebigen Währung ein Frontalangriff auf den Dollar ist und, indem sie die Finanzierungsmaschinerie der USA lahmlegt, den Angriffen auf Russland ein Ende setzen könnte.

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