Beginn einer Erholung?

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Nach dem jüngsten Rückgang haben sich Gold und Silber in dieser Woche in überverkauften Marktbedingungen stabilisiert. Heute Morgen im europäischen Handel lag Gold bei 1.847 US-Dollar, das sind 37 Dollar mehr als zum Schlusskurs vom vergangenen Freitag, und Silber bei 21,10 US-Dollar, ein Plus von 50 Cent. Die Umsätze an der Comex waren bei beiden Kontrakten gering.

Nach dem Ransomware-Angriff auf ION, einen der Softwareanbieter für die Datenübermittlung, liegen uns weiterhin keine Commitment-of-Traders-Berichte vor. Der letzte Bericht bezog sich auf den 31. Januar. Es lässt sich nicht feststellen, bei wie vielen Händlern die Systeme durch den russischen Ransomware-Angreifer über ION kompromittiert wurden. Sollte der Angriff jedoch nicht nur Daten, sondern auch Handelssysteme erfasst haben, ist nicht absehbar, welcher Schaden den Papiermärkten bereits entstanden ist und welche Störungen noch folgen könnten.

Bei Gold und Silber wissen wir lediglich, dass weiterhin physische Ware zur Lieferung angedient wird. In dieser Woche wurden bislang 5,9 Tonnen Gold zur Lieferung angedient, womit sich die Gesamtmenge in diesem Jahr auf 94,5 Tonnen beläuft. Bei Silber betragen die entsprechenden Zahlen 399,4 Tonnen in dieser Woche und 1.370,3 Tonnen im laufenden Jahr. Bemerkenswert ist, dass die Silberlieferungen in dieser Woche besonders umfangreich ausfielen, und das in einem Markt, in dem kaum physische Ware verfügbar ist.

Darüber hinaus haben die Zentralbanken nach Angaben des World Gold Council im Januar weitere 31 Tonnen Gold zugekauft. Zudem wird von erheblichen Aufschlägen an der Shanghai Gold Exchange gegenüber dem Papiergoldpreis an der Comex berichtet. 

Die nächste Grafik zeigt, wie stark überverkauft diese beiden Kontrakte inzwischen sind.

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Lägen uns COT-Zahlen vor, würden sie wahrscheinlich zeigen, dass die Kategorie Managed Money in beiden Kontrakten netto short ist, was die Voraussetzungen für einen kräftigen Short Squeeze schaffen würde.

Im Hintergrund vollziehen sich jedoch grundlegende Veränderungen. Die Anleiherenditen steigen wieder und enttäuschen jene, die auf eine geldpolitische Wende der Fed gehofft hatten. Die nächste Grafik zeigt die einjährige US-Staatsanleihe.

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Und dies ist nicht der einzige Anleihemarkt, der sich von einer Zinswende und niedrigeren Zinsen verabschiedet. Die nächste Grafik zeigt die beiden wichtigsten europäischen zehnjährigen Anleihen – Deutschland und Frankreich.

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Dass diese Anleiherenditen nun neue Höchststände erreichen, ist von Bedeutung. Auch die Renditen spanischer Anleihen erreichen neue Höchststände, und die Obergrenze von 0,5 % für zehnjährige japanische Staatsanleihen (JGB) wurde in den vergangenen drei Handelssitzungen überschritten.

Viele Händler betrachten höhere Anleiherenditen als nachteilig für Gold, was wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass die Kategorie Managed Money ihre Gold- und Silberpositionen verkauft hat. Interessanterweise beginnt dieser Trend jedoch infrage gestellt zu werden, da die Goldpreise in dieser Woche gemeinsam mit den Anleiherenditen steigen.

Ohne Zweifel wird der Punkt kommen, an dem die Argumentation mit dem Zinsgefälle der Einsicht weicht, dass höhere Anleiherenditen und Zinsen umso destabilisierender wirken, je weiter sie steigen. Heute erreichte der Aktienkurs der Credit Suisse mit 2,66 CHF ein neues Tief, nachdem bekannt wurde, dass die Bank gezwungen ist, höhere Zinsen anzubieten, um einen Abzug von Einlagen zu verhindern.

Die Botschaft ist eindeutig: Steigende Zinsen und Anleiherenditen beginnen, eine Bankenkrise heraufzubeschwören. Gold ist der sichere Hafen.

 

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