Mitglieder der amerikanischen libertären Bewegung, insbesondere extremistische Prepper, werden häufig mit der Überzeugung in Verbindung gebracht, dass ein vollständiger gesellschaftlicher Zusammenbruch das einzig mögliche Ergebnis der staatlichen Wirtschaftspolitik sei und zu einer völligen sozialen Auflösung führen werde. Im Mittelpunkt ihrer Sorgen steht die Zerstörung des Geldes; andere Themen, etwa die Aushöhlung der persönlichen Freiheit und das Recht auf Waffenbesitz, sind wichtig, aber nachrangig. Sie verweisen auf die Geschichte, insbesondere auf die hyperinflationären Zusammenbrüche von Rom bis Simbabwe und nun Venezuela. Sie stützen sich auf die Österreichische Schule der Nationalökonomie, die ihre Abneigung gegen den Staat und ihre Erwartung eines totalen Chaos zusätzlich nährt.
Eine sauber hergeleitete Wirtschaftstheorie reduziert die Wissenschaft sicherlich auf Schwarz-Weiß-Schlussfolgerungen, was Menschen entgegenkommt, die schnell Schlüsse ziehen. Doch ihr eigentlicher Zweck ist es, die Fehler der Gesellschaft zu erklären, damit sie korrigiert werden können. Nur wenn man die Irrtümer staatlicher Eingriffe und des Sozialismus, sowohl des kommunistischen als auch des faschistischen, versteht, lassen sich Lösungen finden. Diese Lösungen müssen dann angewendet werden, statt sie in einen Rückzugsort in den Bergen oder im Wald mitzunehmen, wo sie nie umgesetzt werden.
Die reale Welt funktioniert nicht nach Schwarz-Weiß-Theorien. Sie entwickelt sich auf einem verworrenen Kurs, hin- und hergerissen zwischen den Fehlern des Staates und der unendlichen Geduld der Gesellschaft mit staatlichen Eingriffen. Regierungen sind die Ursache aller Kriege und der Vernichtung von Wohlstand, doch die Gesellschaften dulden sie. Philosophen streiten darüber seit Platon und Aristoteles, und wir sind noch immer hier, zweieinhalb Jahrtausende später, und kauen auf denselben Knochen herum.
Die Geschichte verzeichnet unser philosophisches Kauen sowie den fortwährenden Konflikt des Menschen mit dem Staat und seine Duldung desselben. Sie verzeichnet den Aufstieg und Fall von Königen, Kaisern, Diktatoren und Regierungen. Einsiedler und andere Prepper kommen und gehen, entweder unverzeichnet oder, wie Simeon Stylites, als kaum mehr denn historische Fußnoten vermerkt. Für künftige Generationen wird das Prepping mit hoher Wahrscheinlichkeit eine überholte Kuriosität sein, und die Menschheit wird trotz staatlicher Unterdrückung weiterbestehen.
Dieser Artikel versucht, eine scheinbar apokalyptische Zukunft darauf zurückzuführen, wie sie sich in den kommenden Jahren voraussichtlich entwickeln wird. Wenn man von einem nuklearen Armageddon absieht, fürchten wir mehr als alles andere in Wahrheit Ungewissheit und Veränderung.
Weg mit dem Alten
Ungewissheit und Veränderung begleiten uns ständig. In einer wirklich freien Marktwirtschaft begrüßen wir sie, weil sie von unseren persönlichen wirtschaftlichen Interessen getrieben werden und einen fortlaufenden Prozess darstellen. Der Wunsch nach Veränderung geht jedoch nur von uns in unserer Rolle als Verbraucher aus; als Arbeitnehmer oder Unternehmer, die mit Wettbewerb um ihre bestehende Arbeitskraft und ihre Fähigkeiten konfrontiert sind, neigen wir dazu, uns ihr zu widersetzen. Genau an diese Seite von uns knüpft der Staat an.
Moderne Regierungen, außer wo sie offen merkantilistisch sind, wollen keine Veränderung. Ihre Unterstützung, ja ihre Daseinsberechtigung, beruht auf fortschrittsfeindlicher Lobbyarbeit sowohl etablierter Unternehmen als auch sozialistisch geprägter Interessengruppen. Regierungsökonomen erkennen keinen Fortschritt an und leben in einer stagnierenden Welt historischer Statistiken. Fortschrittlicher Wandel stört ihre Gewissheiten und wird daher nie ernsthaft in Betracht gezogen.
Dazu sind die Wohlfahrtsstaaten des Westens geworden: Gesellschaften, die von fortschrittsfeindlichen Regierungen gelenkt werden, die nominell ihren Wählern gegenüber verantwortlich sind, in Wahrheit aber ein Eigenleben führen. Die Interessen der Regierungen haben sich längst von denen der Verbraucher entfernt und stehen zunehmend im Widerspruch zu deren Bedürfnissen und Wünschen. Dieser Prozess hat sich über die letzten hundert Jahre bis zum heutigen Stand entwickelt; damals hatten Regierungen verstanden, dass ihre Rolle streng auf klar bestimmbare nationale Interessen beschränkt sein sollte, dass Staatsbedienstete sich als Diener der Allgemeinheit dem Volk unterordneten und, was wichtig ist, dass die nationale Währung auf einem Geld beruhte, das von den Einzelnen gemeinsam gewählt wurde.
Es handelt sich daher um eine weit größere Frage als nur um Geld. Es geht um die Richtung der politischen Entwicklung. Für den Einzelnen ist sie zu einem langen Weg in die Knechtschaft geworden, auf dem der Staat dem Verbraucher Macht und persönliche Freiheit entzogen hat. Der Verbraucher hat das Recht verloren, sein eigenes Einkommen zu behalten, und seine Präferenzen gelten dem Staat heute als seiner Kontrolle unterworfen, die er nach eigenem Ermessen planen und darüber verfügen kann.
Die sogenannte freie Welt wurde zunächst von den Briten und dann von den Amerikanern beherrscht. Die Wurzeln beider Systeme war der Handel, geschützt durch einen Staat, der die Regeln des Eigentums, die Verlässlichkeit des Vertragsrechts und Gesetze zum Schutz der Menschen in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen durchsetzte. Als Gesetzgeber erlassen Regierungen heute Gesetze, um ihre Kontrolle über ihre Völker auszuweiten. Und nun weist die amerikanische Regierung im Namen der amerikanischen Wirtschaft sogar ihre eigenen Bürger an, nicht bei Ausländern zu kaufen, und besteuert sie, wenn sie es dennoch tun.
Es ist nicht das erste Mal, dass der Staat auf diese Weise in unsere Präferenzen eingreift. Der Schwenk zum Protektionismus, der zum Smoot-Hawley Tariff Act von 1930 führte, war ein Beispiel, die Verstaatlichungspolitik der britischen Nachkriegsregierung ein weiteres. Das waren Fehler, von denen sich ein Rückzug als möglich erwies. Heute hat das demokratische System des Westens einen Punkt erreicht, von dem aus ein geordneter Rückzug zu freien Märkten, zu persönlicher Freiheit und zu Regierungen, die dem Volk dienen und nicht sich selbst, nicht mehr möglich erscheint. Veränderung wird erst durch den endgültigen Zusammenbruch eines Systems kommen, das Interessen über die Freiheit stellt.
Der Übergang zum Neuen
Westliche Untergangspropheten, die die Widersprüche um sich herum sehen und kaum mehr als libertäre Ideale im Gepäck haben, glauben, dass die Welt auf eine Sackgasse zusteuert. Sie wissen, dass es böse enden wird, und der Widerstand Amerikas gegen den Niedergang, der in einem Rückzug in noch weitergehende Einschränkungen der Freiheit besteht, bestätigt diese Sicht. Der Fehler liegt in der Annahme, nichts werde an die Stelle des zerfallenden amerikanischen Staates treten.
Das Geld ist der Talisman der Vision dieser Untergangspropheten. Die Zerstörung der Papierwährungen sei unausweichlich, sagen sie. Da diese Kritiker ganz überwiegend in Amerika ansässig sind, gilt ihre Missbilligung dem Dollar. Doch wir alle sollten aufmerksam sein, denn der Dollar ist die Reservewährung. Das heißt, wir messen unsere eigenen Währungen in erster Linie am Dollar, und wir wickeln unseren internationalen Handel in Dollar ab. Unsere Zentralbanken neigen zu der Ansicht, dass sie ihre Währungen grundsätzlich in Dollar-Relation steuern sollten. Fällt der Dollar, werden wir daher alle mit ihm fallen.
Nach einer vorübergehenden Phase der Stärke breiten sich in manchen Kreisen Befürchtungen aus, der Dollar könnte in einen endgültigen Niedergang eintreten. Manche verweisen auf die scheinbar grenzenlose Anhäufung unproduktiver Schulden und darauf, dass die Lehren aus aufeinanderfolgenden Kreditkrisen stets ignoriert werden. Heute ist die Rede von einem globalen Währungsneustart („Reset“), mit Lösungsvorschlägen, die Schuldenerlasse, die Mobilisierung von Supergeldern wie den Sonderziehungsrechten (SZR) und monetäre Anwendungen der Blockchain-Technologie einschließen. Die Libertären sprechen von einem totalen Versagen des Geldsystems und von Gold, das irgendwie aus der Asche der Selbstverbrennung des Dollars aufsteige. All diese Lösungen übersehen grundlegendere Fragen. Tatsache ist nämlich, dass wir das Ende eines Imperiums erleben. Das amerikanische Weltreich wird von einem asiatischen Phönix abgelöst.
Der Verlust von Einfluss an Rivalen ist stets schmerzhaft. Amerikas geopolitische Strategen fühlen sich durch die russisch-chinesische Partnerschaft akut bedroht. Amerikas Unterstützung für Georgien im Jahr 2008, die Förderung der Farbrevolutionen in der Ukraine und ein Stellvertreterkrieg um Syrien haben allesamt nicht vermocht, Russland zu destabilisieren. Afghanistan und der Iran sind Baustellen, oder vielmehr Baustellen ohne Fortschritt. In der Vergangenheit konnte sich Amerika auf die unerschütterliche Unterstützung seiner NATO-Verbündeten verlassen. Einer von ihnen, die Türkei, ist inzwischen nahezu übergelaufen, und die Europäer scheren bei den Sanktionen wegen des Irans und bei den russischen Energieimporten aus der Reihe.
Auch die amerikanischen Handelszölle gegen China müssen in diesem Licht gesehen werden. Jüngste Schritte, auch in wichtigen afrikanischen Staaten Einfluss zu behalten, kommen zu spät. China ist bereits mit Abstand der größte Infrastrukturanbieter in Subsahara-Afrika, und es begeht nicht den Fehler, einfach nur afrikanischen Politikern Geld zu geben. Die Politiker erhalten ihr Geld, wie eh und je, aus verlängerter Hilfe und neuen Zuwendungen, die als Handelsabkommen getarnt von Amerika und Großbritannien kommen. Der Westen kann sich nicht einmal Respekt erkaufen, geschweige denn Einfluss, denn die Chinesen leisten die eigentliche Arbeit.
Amerika hatte ohnehin nie sehr viel Einfluss in Subsahara-Afrika. Stattdessen konzentrierte es sich auf Nordafrika und den Nahen Osten. Regime von Irak bis Libyen wurden auf Betreiben Amerikas ausgewechselt.
Es war die Vereinbarung mit Saudi-Arabien aus dem Jahr 1974, Öl ausschließlich gegen Dollar zu verkaufen, die den Dollar als globale Handels- und Preiswährung legitimierte. Als der Irak vorschlug, Öl gegen Euro zu verkaufen, wurde er überfallen, und Saddam Hussein wurde gestürzt und hingerichtet. Als Libyen eine neue zentralafrikanische, goldgedeckte Währung vorschlug, brach plötzlich ein Bürgerkrieg aus, und Gaddafi wurde gejagt und von einem Mob erschossen. Die Botschaft war einfach: Legt euch nicht mit Amerika und dem Dollar an.
Das hat sich nun geändert. China kauft Öl für Yuan, und Amerika kann nichts dagegen tun. Amerika hat versucht, Russland mit Dollar-Sanktionen zu destabilisieren, ohne Erfolg. Präsident Trump hat Angela Merkel gedrängt, keine Geschäfte mit Russland und dem Iran zu machen. Er hat diesem NATO-Verbündeten außerdem mit Handelszöllen gedroht. Die Botschaft an Deutschland ist klar: Das Bündnis mit Amerika gilt nicht mehr. Folglich wendet Deutschland Amerika leise den Rücken zu und handelt weiter mit Russland. Die alten Drohungen wirken schlicht nicht mehr.
China und Russland planen seit Langem, Asien und Osteuropa gemeinsam in einen neuen Wirtschaftsblock zu führen. Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit wurde zunächst gegründet, um Sicherheits- und Antiterroraktivitäten zu koordinieren, doch daraus wurde eine Vereinheitlichung des asiatischen Handels. China baut die Infrastruktur auf, um den asiatischen Kontinent zur mächtigsten Wirtschaftseinheit zu machen, die es je gab. Zweifellos wird es Syrien wiederaufbauen, wenn die Amerikaner abgezogen sind. Kein Wunder, dass die strategischen Planer Amerikas besorgt sind.
Währungen nach der Apokalypse
1983 erließ China die Regulations of the PRC on the Control of Gold and Silver (Vorschriften der VR China zur Kontrolle von Gold und Silber), mit denen die Volksbank Chinas gemäß Artikel 4 dieser Vorschriften die Verantwortung für sämtliche Gold- und Silberressourcen des Landes erhielt. Im Jahr 2002 wurde die Shanghai Gold Exchange von der PBOC eingerichtet, und Privatpersonen durften Gold besitzen. Es ist offensichtlich, dass die PBOC im Laufe von über zwei Jahrzehnten ausreichend Gold angesammelt hatte, um dann auch gewöhnlichen Bürgern dasselbe zu erlauben. China warb sogar für die Vorzüge des Goldbesitzes und ermunterte Privatpersonen, Gold anzusammeln. Wir wissen nicht, wie viel Gold der chinesische Staat angesammelt hatte, doch angesichts der damaligen Goldpreise, der Dollarzuflüsse in den 1980er-Jahren und der anschließenden Handelsüberschüsse hätte China leicht eine strategische Reserve von 20.000 Tonnen aufbauen können, bevor der Bevölkerung der Erwerb von Gold gestattet wurde. Die tatsächliche Zahl werden wir möglicherweise nie erfahren. Wir wissen jedoch, dass zusätzlich zu den Beständen des Staates etwa 17.000 Tonnen von der breiten Öffentlichkeit aus den Tresoren der SGE abgezogen wurden.
Die russische Regierung hat mit Verspätung begonnen, Goldreserven aufzubauen, und weist inzwischen Reserven von 2.170 Tonnen aus; wichtig ist dabei, dass sie dafür ihre Dollarreserven erheblich reduziert hat. Selbst Indien, ein überzeugt keynesianisch geprägter Staat, hat schließlich damit begonnen, zusätzliche Goldreserven aufzubauen, nachdem es wiederholt und erfolglos versucht hatte, die eigene Bevölkerung dazu zu bewegen, Gold an den Staat zu übertragen. Die indischen Staatsbürger dürften seit der Aufhebung des Gold Control Act im Jahr 1990 über 10.000 Tonnen angesammelt haben. Auch andere asiatische Staaten, von der Türkei bis zur Mongolei, bauen allesamt offizielle Goldreserven auf.
Es besteht kein Zweifel, dass die Asiaten und ihre Regierungen nicht nur die traditionelle Auffassung vertreten, Gold sei das ultimative Geld, sondern dass ihre koordinierte physische Akkumulation auch ein starkes Indiz dafür ist, dass Gold künftig eine offizielle monetäre Rolle spielen wird. In diesem Zusammenhang ist selbst die Goldpolitik Deutschlands interessant. Wir wissen, dass die Bundesbank traditionell eine ausgeprägte Neigung zur Inflationsbekämpfung besitzt und die Steuerung des Euro durch die EZB wohl kaum wohlwollend betrachtet. Außerdem beschloss Deutschland, einen Teil seiner bei der New Yorker Fed gelagerten Goldreserven zurückzuholen. Nach einem peinlichen Streit mit den US-Behörden wurde das verlangte Gold schließlich zurückgegeben. Diesem Schritt Deutschlands wurden verschiedene Motive zugeschrieben, doch die vielleicht interessanteste Möglichkeit, über die nie berichtet wurde, ist, dass Deutschlands „tiefer Staat“ nach Osten blickte.
Andere europäische Staaten, insbesondere Frankreich und Italien, verfügen weiterhin über beträchtliche Goldreserven, was sie in eine gute Ausgangslage versetzt, um sich an eine eurasische Welt ohne den Dollar anzupassen. Wir sehen, dass eine Zukunft ohne ihn und ohne andere Fiat-Währungen, die durch nichts anderes als Dollarreserven gedeckt sind, durchaus möglich ist. Sie wird enorme Herausforderungen mit sich bringen, nicht zuletzt für Regierungen, die auf inflationäre Finanzierung angewiesen sind. Um solides Geld zu sichern, werden die Regierungen gezwungen sein, den Sozialismus aufzugeben und freiere Märkte zu akzeptieren, um ihre eigenen Finanzierungsansprüche unter Kontrolle zu bringen. Wer dies nicht tut, könnte rasch in eine argentinische oder gar venezolanische Geldhölle abgleiten.
Die USA, die weiterhin die größten offiziellen Reserven ausweisen, können den Dollar ebenfalls stabilisieren, indem sie eine Golddeckung und Konvertibilität anbieten. Dies würde einen deutlich höheren Goldpreis erfordern, wie es übrigens auch beim chinesischen Yuan der Fall wäre. Es erfordert aber auch einen gewaltigen Sprung der offiziellen Vorstellungskraft, und zwar nicht nur im Hinblick auf die Wiedereinführung von Gold als Deckung für den Dollar, sondern auch im Hinblick auf Amerikas imperiale Rolle. Es setzt die Einsicht voraus, dass Amerika den geopolitischen Kampf gegen China und Russland nie gewinnen kann und einen geringeren globalen Status akzeptieren muss, so wie Großbritannien es tat, als es in den 1960er-Jahren rasch seine Kolonien aufgab.
Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass Amerika seine Hegemonie freiwillig aufgibt; daher wird es auf die Ereignisse ankommen. Amerika und andere Wohlfahrtsstaaten stehen zudem vor einem Übergang zu stärker marktwirtschaftlich orientierten Volkswirtschaften mit erheblich weniger staatlichen Eingriffen. Auch das wird nicht einfach sein. Darüber hinaus gibt es keine Garantie, dass Russland und China die Rolle der Weltmacht erfolgreich übernehmen werden, doch wir können mit hinreichender Sicherheit davon ausgehen, dass sie sich seit Langem auf diesen Fall vorbereitet haben.
Ohne eine Hinwendung zu solidem Geld wird der Verlust der Kaufkraft reinen Fiat-Geldes nicht gleichmäßig verlaufen. Die nächste Kreditkrise, ein Ereignis, dessen Eintreten sicher ist, wird mit nahezu absoluter Sicherheit mit niedrigeren Zinsen und weiterer quantitativer Lockerung beantwortet werden, um die Banken mit neuem Geld zu stützen und die rasant steigenden Staatsdefizite zu finanzieren. Staatlich ausgegebene Währungen dürften nach dieser erneuten Ausweitung des Angebots zwangsläufig schneller an Wert verlieren, doch damit Währungen wirklich zusammenbrechen, muss die Öffentlichkeit ihre Präferenzen zugunsten von Gütern und völlig gegen Fiat-Geld ändern. In der Praxis hält die Öffentlichkeit länger an ihrem Vertrauen in staatliches Geld fest, als vernünftig erscheinen mag, in der Hoffnung, dass sich dessen Kaufkraft stabilisiert.
Spätestens bei der nächsten Kreditkrise werden China und Russland ihre Pläne offenlegen, ihre Währungen vor einem finanziellen und monetären Zusammenbruch im Westen zu schützen.
Fazit
Die Aussichten für Fiat-Währungen und Wohlfahrtsstaaten sind nicht gut, doch es ist ein Irrtum zu glauben, dass der Homo oeconomicus mit ihnen untergehen wird. Die Ansichten der Super-Bären erscheinen im Kern engstirnig, insbesondere unter den Preppern in Amerika. Statt einer Zerstörung der Gesellschaft stehen wir vor einer Phase tiefgreifender Veränderungen, vor allem vor dem Aufstieg Asiens zum Zentrum der globalen Wirtschaftsmacht.
Asiens zwei wichtigste Währungen, der Yuan und der Rubel, werden in ihrer jetzigen Form nicht fortbestehen. Sie werden durch Gold gedeckt werden müssen. Glücklicherweise für die Welt ist dies jedoch seit Langem Chinas Rückfallplan, und Russland erwirbt nun, wenn auch verspätet, das Gold, das nötig ist, um auch den Rubel zu decken. Je nachdem, wie China und Russland vorgehen, könnte dies leicht mit den heutigen Goldbeständen und einem etwas höheren Goldpreis erreicht werden.[i]
Amerika könnte den Dollar retten, indem es diesem Beispiel folgt. Das Land verfügt wahrscheinlich über ausreichende Goldreserven, doch dazu müsste es nahezu alles aufgeben, woran die Regierung und die Fed derzeit glauben, und dies dürfte daher nur unter Zwang geschehen.
Unser zentrales Fazit lautet jedoch: Wir werden überleben, und sich in Berg- und Dschungelverstecke zurückzuziehen, um einer Apokalypse zu entgehen, ist ein Fehler. Wir stehen nicht vor einem neuen finsteren Zeitalter. Was uns bevorsteht, sind einige unbequeme Wahrheiten über unsolides Geld, die erhebliche Unsicherheit und Veränderungen mit sich bringen.
[i] Darüber habe ich hier geschrieben: https://www.goldmoney.com/research/goldmoney-insights/gold-s-monetary-rehabilitation
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