Alle Währungen sind eine umgekehrte Pyramide auf Basis des Dollars

Als die US-Geldmenge, gemessen an M2, im Dezember 2013 bei 11 Billionen US-Dollar lag, belief sich die breite Geldmenge der nächstgrößten 50 Länder, gemessen am BIP, nach meiner Berechnung zu aktuellen Wechselkursen auf weitere 67 Billionen US-Dollar. Und das betrifft nur die Bilanzen: Hinzu kommt das globale Schattenbankensystem, das nach Schätzung des Finanzstabilitätsrats 2011 weitere 67 Billionen US-Dollar umfasste und angesichts des jüngsten raschen Wachstums in China heute wohl bei etwa 75 Billionen US-Dollar liegt. Wenn wir also die breite US-Geldmenge betrachten, sollten wir uns bewusst sein, dass es einen weiteren, dreizehnmal so großen Geldberg gibt, der letztlich auf dem Dollar beruht.

Solange Bankkredite, Industrieinvestitionen und Konsum alle expandieren, scheint die Sonne. Probleme entstehen, wenn dies aufhört, und deshalb reagierten die Märkte schlecht auf die Idee eines Tapering und sind zunehmend nervös wegen der Kreditblase in China und der Versuche, sie einzudämmen.

Genauer gesagt entsteht die Gefahr durch eine Verlangsamung und mögliche Umkehr grenzüberschreitender Investitionen, insbesondere mit Schwellenländern. Zwischen 2000 und 2007 wuchsen die Investitionen aus den fortgeschrittenen Volkswirtschaften in die Schwellenmärkte mit einer jährlichen Wachstumsrate (Zinseszins) von etwa 18 %, zwischen 2008 und 2011 verlangsamte sich diese auf etwa 5 % (McKinsey, 2013). Die Nutznießer dieser Investitionen, die globalen Finanzvermögenswerte (alle Aktien, Anleihen und Kredite), wuchsen zwischen 2007 und 2011 in US-Dollar gerechnet im Schnitt nur um 1,9 % pro Jahr. Könnten wir es heute messen, läge die Gesamtrendite wahrscheinlich bei einer glatten Null.

Was auch immer die Analyse einzelner Länder uns sagen mag: Die Gefahr einer sich vertiefenden globalen Rezession war leicht zu übersehen, ein Risiko, das durch schwindende grenzüberschreitende Kapitalflüsse zunimmt. Welch ein Zeitpunkt für die Fed und die Volksbank von China, das Tempo der Geldmengenausweitung in den beiden größten Volkswirtschaften zu verringern! Diese Schritte kommen zu spät, um den erhofften geordneten Ausstieg aus der übermäßigen Geldmengenausweitung zu erreichen.

Kehren sich die grenzüberschreitenden Investitionsströme um, wie es sich jetzt abzeichnet, werden Banken und multinationale Unternehmen in Deckung gehen, und der Carry Trade wird sich rasch auflösen. Und wenn die Angst vor Verlusten schließlich über die Gier nach Gewinnen siegt, leiden in der Regel die schwächeren Währungen zuerst.

Das Verhältnis dieser Währungen zum Dollar wird derzeit an den Märkten auf die Probe gestellt. Letztlich wird die Fed selbstverständlich die unbegrenzte Geldmengenausweitung wieder aufnehmen müssen, um eine globale Wirtschafts- und Finanzkrise abzuwenden. Dabei wird sie sich vermutlich auf den Präzedenzfall im Umgang mit Lehman stützen. Bei den Folgen der künftigen Geldpolitik Chinas können wir uns nicht so sicher sein; wir wissen lediglich, dass chinesische Bürger in schwierigen Zeiten zu Gold greifen, ebenso wie alle anderen asiatischen Völker, denen die Fähigkeit von Gold, in schwierigen Zeiten Vermögen zu bewahren, sehr bewusst ist.

Die letzte Krise betraf nur die Banken. Diesmal droht möglicherweise das Platzen einerausgewachsenen globalen Währungsblase, die als Lösung der letzten Krise entstanden ist. Und diese neue Blase stützt sich vollständig auf eine aufgeblähte US-Geldbasis von 3,8 Billionen US-Dollar. Das ist eine Hebelwirkung von fast dem 40-Fachen, oder dem 163-Fachen der Geldbasis am Vorabend der Lehman-Krise.

Zurück zu den Goldmoney Analysen