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Der Ökonom und Vorstand des Instituts für Wertewirtschaft Mag. Gregor Hochreiter spricht in diesem Interview mit der GoldMoney Foundation über die Arbeit und das Wirken des in Wien ansässigen Instituts, das unter anderem die Lehren der Österreichischen Nationalökonomie vermittelt, sich aber auch mit vielen weiteren Wissensdisziplinen befasst. Weiterhin geht der Buchautor auf sein neustes Werk „Krankes Geld – kranke Welt“ ein, in dem er die Geld- und Konjunkturtheorie der Österreichischen Schule aufarbeitet und sich die Frage stellt, ob ein neues Geldsystem unter den aktuellen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nachhaltig bestehen könnte.
Hochreiter erklärt weiterhin, wie eine Geldreform umgesetzt werden könnte. Als ein Hauptproblem sieht er dabei das Mindestreserveprinzip an, anhand dessen die Banken neue Sichteinlagen schöpfen. Die Kreditausweitung führe dabei zu immer größeren Verschuldungsproblemen und letztlich zur Überschuldung. Auch führe diese Praxis den Konjunkturzyklus herbei. Er bevorzugt deshalb eine verpflichtende 100%ige Deckung der Sichteinlagen, wenngleich dies wohl eine kurzfristige Rezession zur Folge hätte. Die praktische Umsetzung wäre durch einen Austausch der Sichtguthaben durch Banknoten über Nacht möglich. Hochreiter bevorzugt eine aktive Umsetzung gegenüber einem ungeordneten Zusammenbruch des Bankensystems. Über die Haltung von Bargeld könne man den Banken die Möglichkeit zur Inflationierung entziehen und auf individueller Ebene Einfluss nehmen, so der Autor.
Als Anhänger der Österreichische Schule der Nationalökonomie spricht Hochreiter über deren Stand innerhalb der Wirtschaftswissenschaften. In seiner Studienzeit habe der Ökonom nie etwas über die Lehren von Hayek oder von Mises erfahren, was er auf einen verengten Wissenschaftsbegriff zurückführt. Weiterhin ist er der Meinung, dass diese Denkschule unangenehme Wahrheiten anspricht, was sie in Politik und Wissenschaft unbequem macht. Jedoch waren Anhänger der Österreichischen Schule bisher sehr erfolgreich in der Prognose und Begründung der Wirtschaftskrisen.
Der Buchautor erklärt, was er unter dem Begriff Inflation versteht und wie diese zu Umverteilungsprozessen und der Bestrafung der Sparer führt. Die Geldmengenausweitung führt zu einer verstärkten Konsumneigung auf Kosten des Sparens und zum Konjunkturzyklus. Eine Hyperinflation hält Hochreiter für wahrscheinlicher als einen deflationären Kollaps, da die Inflationierung politisch leichter zu rechtfertigen sei und gesellschaftlich anerkannt erscheine.
Beim Schutz vor der Krise unterscheidet Hochreiter in die kurze und lange Frist. Kurzfristig empfiehlt er Gold und Silber anstelle von Sichtguthaben bei der Bank zu halten, und seine Schulden abzubauen. Weiterhin bezeichnet er sich als Freund ausfinanzierter Immobilien außerhalb der Stadt und rät zum Aufbau von Lebensmittelvorräten. Langfristig hilft seiner Meinung nach jedoch nur ein grundsätzlicher Lebenswandel, hin zur Finanzierung über die eigenen Ersparnisse. Grundsätzlich sollte man jedoch nicht vergessen, dass es neben dem Thema Geld noch sehr viele andere Bereiche des Lebens gibt, die man nicht aus den Augen verlieren sollte.
Dieses Interview wurde am 30. September auf dem GO AHEAD! business summit in Wien aufgezeichnet.
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