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Die Platin- und Palladiumpreise standen seit Frühjahr dieses Jahres unter verstärktem Abgabedruck, da sich der Ausblick für die Weltwirtschaft verschlechterte. Investoren befürchten, dass die Nachfrage für Platin und Palladium mit dem Abkühlen der Wirtschaft drastisch sinken könnte. In der Spitze gab der Platinpreis um mehr als 20 Prozent nach. Der Palladiumpreis fiel sogar noch etwas stärker. Nach neuesten Schätzungen sieht die Lage allerdings gar nicht so dramatisch aus, da die Platinnachfrage aus der Fahrzeugindustrie im nächsten Jahr einen Rekordwert von $7 Milliarden erreichen soll.
Platin und Palladium kommen hauptsächlich in Katalysatorsystem in der Automobilindustrie sowie in elektronischen Komponenten in der Chipindustrie zum Einsatz. Nach Berechnungen der US-Großbank Morgan Stanley wird die Platinnachfrage aus der Automobilindustrie im nächsten Jahr einen Rekordwert von $7 Milliarden erreichen. 2012 sollen rund 3,82 Millionen Feinunzen Platin in die Produktion von Katalysatoren fließen. Dies entspricht einem Nachfrageanstieg in Höhe von 17 Prozent im Vergleich zu diesem Jahr. Die positive Prognose geht davon aus, dass die Automobilnachfrage 2012 in den Schwellenländern weiter steigen wird. Die Platin- und Palladiumpreise könnten im kommenden Jahr außerdem durch weltweit sinkende Zinsen und neue Maßnahmen zur finanziellen Lockerung durch die Zentralbanken unterstützt werden. Der Preisaufschlag für Gold gegenüber Platin erreichte im heutigen Morgenhandel in Asien mehr als 13 Prozent, womit er im historischen Verlauf auf neue Rekordwerte stieg. Dieser Berechnung liegen ein Goldpreis von $1.730 pro Feinunze und ein Platinpreis von $1.530 pro Feinunze zugrunde. Die weltweite Platinförderung soll für 2012 im Vergleich mit diesem Jahr um 1 Prozent fallen.
Der Abbau von Platin und Palladium hängt auch von der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung in den wichtigsten Förderländern wie Südafrika, Simbabwe und Russland ab. Während Russlands staatliche Bestände an Palladium in diesem Jahr aufgebraucht wurden, zwingt Simbabwes Diktator Robert Mugabe ausländische Investoren dazu, ihre Mehrheitsanteile an im Land aktiven Minenfirmen an den Staat zu transferieren. An den Rohstoffmärkten wird dies als Verstaatlichung des Minenwesens interpretiert. Einige Beobachter rechnen damit, dass die Förderung in Simbabwe nach Abschluss der Transaktion sinken wird. Allgemein wird erwartet, dass in der Zukunft niemand mehr ein Investitionsrisiko in Simbabwe eingehen wird, da die politische Lage keine Investitions- und Rechtssicherheit bietet.
Für die meisten Marktteilnehmer ist die aktuelle Lage in Russland und Südafrika wesentlich interessanter, da rund 87 Prozent des globalen Palladiumangebots aus den beiden Staaten stammt. Bei der Platinförderung liegt der globale Marktanteil beider Staaten zusammen sogar bei rund 90 Prozent. Auch hier könnte es zu starken Abbaurückgängen kommen, so dass einige Marktexperten für Platin und Palladium weitaus größere Preispotenziale sehen als für Silber, Kupfer oder Zink. Laut Schätzungen werden beide Länder im nächsten Jahr unter starken Förderrückgängen leiden, die in Südafrika bis zu 30 Prozent betragen können. Die politische Lage hat sich in Südafrika zuletzt ein wenig entspannt, nachdem die Regierung des African National Congress (ANC) durch die Suspendierung von Julius Malema deutlich machte, dass es zu keiner Verstaatlichung des nationalen Minenwesens kommen wird. Die südafrikanischen Minen leiden aber bereits seit einiger Zeit unter stark steigenden Kosten, aufgrund von Arbeiterstreiks, Strom- und Produktionsausfällen sowie immer größeren Abbautiefen.
Investoren sollten die aktuelle Lage am Platinmarkt deshalb nicht zu schwarz malen, sondern darauf vorbereitet sein, dass sowohl Platin als auch Palladium über viel Potenzial verfügen.
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Veröffentlicht von GoldMoney
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Herausgegeben von Roman Baudzus
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