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Bank of Japan setzt die geldpolitische "Bazooka" ein

2012-FEB-14

Wechselkurse Die Gold- und Silberpreise konsolidieren weiter. Falls kein unvorhergesehenes Ereignis eintritt, dürfte das bis Ende des Monats auch so bleiben. Dann wird die Europäische Zentralbank nämlich ihr zweites „langfristiges Refinanzierungsgeschäft“ verkünden – das einige schon „LTRO 2“ getauft haben. Sollte die EZB die Märkte mit einem Programm überraschen, das die bisherigen Erwartungen übersteigt, werden die Edelmetallpreise wahrscheinlich ihre Widerstandszonen ($1.750 $ beim Gold und $35 beim Silber) durchbrechen und zu einer kräftigen Rallye ansetzen. Sollte die EZB jedoch mit einem geringeren Kreditvolumen als erwartet “enttäuschen“, so sind eher verhaltene Marktreaktionen zu erwarten.

Nichtsdestotrotz scheint man sich allgemein darauf einzustellen, dass auch die EZB dem Beispiel der anderen Zentralbanken folgen wird und genauso entschlossen ist, die Schuldenblase aufrecht zu halten – was natürlich positive Konsequenzen für den Edelmetallsektor hat. Wie James Turk in seinem jüngsten Interview mit King World News sagte, werden die Zentralbanken alles in ihrer Macht stehende unternehmen, um einen deflationären Kollaps abzuwenden – notfalls sogar durch den Abwurf von 100 Dollar-Scheinen aus Helikoptern.

Obgleich Moody’s die Stimmung mit der Herabstufung Italiens, Spaniens und Portugals wieder bremste (Großbritannien und Frankreich wurden auf die Liste für eine zukünftige Herabstufung gesetzt), so präsentierte wiederum die Bank of Japan den Märkten ihr Geschenk zum Valentinstag: quantitative Lockerungen im Umfang von 10 Billionen Yen (130 Milliarden US-Dollar). Japan ist weiterhin schwer verschuldet, die Staatsschuldenquote liegt mit 220% des japanischen BIP höher als in allen anderen Ländern der Welt. Gleichzeitig hat die stark exportorientierte Wirtschaft seit fünf Jahren schwer mit der stetigen Aufwertung des Yen gegenüber den anderen großen Währungen zu kämpfen. In Folge des Tsunamis und des Erdbebens im vergangenen Jahr hat die Wirtschaft Japans auch noch zusätzlich unter den erheblichen finanziellen Lasten des Wiederaufbaus zu leiden.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass die Bank of Japan versucht, die eigene Währung zu schwächen. Bloß gibt es dabei ein Problem: Die japanische Zentralbank kämpft nicht nur gegen die Einstellung unter den Tradern an, dass der Yen eine sichere Fluchtwährung sei, sondern im gleichen Zug auch gegen die viel größeren Zentralbanken wie die US Federal Reserve und die People’s Bank of China. Diese Zentralbanken wollen ebenfalls verhindern, dass ihre Währungen gegenüber den Währungen ihrer wichtigen Handelspartner (zu denen Japan mit Sicherheit zählt) kontinuierlich aufwerten. Wahrscheinlich werden die jüngsten QE-Maßnahmen der Bank of Japan am Ende nicht „erfolgreich“ sein, da auch schon vergangene Bemühungen, den Yen gegenüber anderen Währungen zu schwächen, praktisch scheiterten. Die Abwertung des Yen gegenüber Gold ist allerdings nach wie vor ein voller Erfolg.

Die Tatsache, dass Gold aktuell nicht auf diese Maßnahmen reagiert, wurde von ZeroHedge mit folgendem ironischen Kommentar bedacht: “Der Clou ist jedoch das BIP Japans, das nach letztem Stand bei 6 Billionen US-Dollar lag, und sinkt. Die von der Bank of Japan angekündigte Maßnahme ist also vergleichbar mit quantitativen Lockerungen der US Fed im Umfang von ganzen 325 Milliarden US-Dollar. Das Ironische an den Reaktionen der Märkte: Die Bank of Japan weitet ihre Anleihekäufe um 18% aus und der USDJPX-Wechselkurs bewegt sich um lediglich 30 Punkte. Und Gold macht keinen Mucks. So als hätte der Markt schon eingepreist, dass sich die Zentralbanken der Welt zu Tode drucken werden. Leider wird der wahre Wert des gelben Metalls, dessen metallisches Wesen nach wie vor mit papiernen Methoden unterdrückt wird, erst im Todesfall und beim Scheitern des Status Quo aller Fiat-Währungen im wahren Glanz erstrahlen.”

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