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Moody's Investors Service stufte gestern zu Beginn des asiatischen Handels unerwartet Japans Kreditbonität von Aa2 auf Aa3 herab. Daraufhin legte der Goldpreis um mehr als 1% auf über $1.850 pro Feinunze zu. Vielen Investoren wird bewusst, dass die Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit durch Standard & Poor's vor einiger Zeit in einem sich verschlechternden Wirtschaftsumfeld kein Einzelfall bleiben dürfte. Für viele Staaten wird es künftig wahrscheinlich schwieriger, sich an den Finanzmärkten zu refinanzieren. Nicht nur die Zinsen an den Rentenmärkten dürften weiter steigen, sondern auch das Vertrauen der Investoren in die politische Führung vieler Länder scheint angeschlagen.
Die Herabstufung von Japans Kreditbonität durch die Ratingagentur Moody's überraschte die Finanzmärkte. Die ökonomischen Probleme Japans potenzieren sich derzeit. Während Japan im März von einem katastrophalen Erdbeben erschüttert wurde, das sich negativ auf die wirtschaftlichen Aktivitäten des Landes auswirkte, steigt der Außenwert des Yen trotz der Interventionen von Japans Zentralbank weiter. Die rasante Rallye des Yen setzt die Exportwirtschaft des Landes stark unter Druck, die die Regierung bereits zu Beginn dieses Jahres vor einer Abwanderung ins angrenzende Ausland warnte, falls die Yen-Aufwertung nicht gestoppt werden könne. Japan drücken überdies Staatsschulden in Höhe von rund 226 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - deutlich zu viel im Angesicht einer stark alternden Gesellschaft.
Die Herabstufung der Kreditbonität Japans erinnerte viele Marktteilnehmer erneut daran, dass es keine einfache Lösung in der globalen Schuldenkrise geben wird. Politische Versprechungen genügen den Märkten nicht. Viele Investoren wollen jetzt konkrete Pläne sehen, wie die am stärksten von der Schuldenkrise betroffenen Länder – darunter Japan, die USA und auch viele Staaten Europas – aus ihren Schwierigkeiten herauskommen wollen. Während das Vertrauen vieler Marktteilnehmer in die Fähigkeit der Politik stark sinkt, suchen sie für ihre Anlagen sichere Häfen wie Gold, Platin und Silber. Denn schließlich steht dem Kauf von Edelmetallen in physischer Form kein Kreditrisiko gegenüber.
Derartige Zusammenhänge scheint man langsam auch in Deutschlands Regierung erkannt zu haben. Ursula von der Leyen, Arbeitsministerin im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel, machte gestern den Vorschlag, dass hoch verschuldete Mitgliedsländer der Eurozone wie Griechenland ihren Notkreditgebern künftig Sicherheiten in Form von Gold oder anderen Sachwerten für frische Kreditzusagen stellen sollten. Von der Leyen ergänzte, dass finanziell angeschlagene Euro-Staaten über Goldreserven oder Industriebeteiligungen verfügten, die als Sicherheiten für durch Deutschland oder andere Geberländer geschnürte Kreditpakete dienen sollten. Die Erklärungen der deutschen Arbeitsministerin wurden gestern heftig diskutiert, fielen innerhalb der Regierung jedoch nicht auf fruchtbaren Boden. Angela Merkel zeigte sich verärgert über die öffentlichen Kommentare, die im Angesicht der sich zuspitzenden Lage nicht dienlich gewesen seien. Für viele (Gold-)Investoren dürften die Aussagen von der Leyens jedoch wie eine Bestätigung gewirkt haben, um an ihren physischen Goldpositionen festzuhalten.
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Veröffentlicht von GoldMoney
Copyright © 2011. Alle Rechte vorbehalten.
Herausgegeben von Roman Baudzus
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