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Indiens Anleger kehren an Silbermarkt zurück

2011-MAI-26

Silver coins Indiens Silberpreis erholte sich in den vergangenen Tagen von seiner scharfen Korrektur. Wie Händler an der Metallbörse Bombay (Mumbai) mitteilten, wachse die Nachfrage der inländischen Juweliere wieder. Auch Spekulanten kehrten an den Silbermarkt zurück, um die günstigeren Preise für den Aufbau neuer Positionen zu nutzen. Die indische Hochzeitssaison und die sich in Europa zuspitzende Staatsschuldenkrise erwiesen sich derzeit als hauptsächliche Treiber des Silberpreises. Viele Inder schichteten Ersparnisse in das weiße Metall um, da sie trotz erfolgter Korrektur mit weiter steigenden Preisen rechneten. Neben Gold sehen die lokalen Investoren vor allem Silber als hervorragende Investmentalternative, um ihr Kapital in Wert erhaltende Anlagegüter umzuschichten.

Indiens Silberpreis kletterte gestern um 1.600 Rupien auf 55.900 Rupien pro Kilogramm. Auch der Preis für Gold mit einem Feinheitsgrad von 99,9% konnte um 90 Rupien auf 22.780 Rupien pro 10 Gramm zulegen. Händler berichteten allerdings, dass die Goldnachfrage trotz steigender Preise den dritten Tag in Folge schwach geblieben sei. Indiens Goldkäufer warteten ab und verschöben neue Goldengagements, da sie mit einem Anhalten der Preiskorrektur rechneten. Vor allem die Juweliere des Landes hielten sich derzeit mit ihren Käufen zurück. Normalerweise gibt die Preisentwicklung am Weltmarkt den Takt für Indiens Goldmarkt vor. Viele Investoren setzten auf einen Fall des Goldpreises bis zur nächsten technischen Unterstützungsmarke bei $1.480 pro Feinunze. Marktbeobachter wiesen darauf hin, dass die lokale Nachfrage jedoch schon vorher anziehen könnte, falls eine Korrekturausweitung bis auf dieses Niveau ausbleiben sollte. Im Fall stark steigender Preise könnte es sogar zu Panikkäufen an Indiens Goldmarkt kommen.

Die indische Rupie gab auch im gestrigen Handel nach und fiel gegenüber dem US-Dollar auf ein 3-Monats-Tief. Laut Händlern komme es momentan zum Abfluss hoher Dollarbeträge, was nicht nur auf Indiens Währung, sondern auch auf dem Aktienmarkt des Landes laste. Ein Teil des bislang an Indiens Aktienmarkt investierten Kapitals fließe derzeit in den Silbermarkt. Außerdem sorge die sich fortsetzende Hochzeitssaison für eine stabile Nachfrage nach dem weißen Metall, dem viele indische Investoren auch weiterhin den Vorzug vor Gold geben. Silber sei gegenüber Gold immer noch günstig, weshalb ein großer Teil der Anleger auf weiteres Aufholpotenzial des Silberpreises setze. Vor allem Silbermünzen stoßen in Indien auf reges Interesse. Die An- und Verkaufsspanne für 100 Stück kletterte gestern um jeweils 1.000 Rupien auf 63.000 Rupien zu 64.000 Rupien.

In Indien blickten die Investoren mit Sorge nach Europa und der sich in der Region zuspitzenden Staatsschuldenkrise. Der Regierung Griechenlands scheint die politische Kontrolle über das vor einem Staatsbankrott stehende Land immer mehr aus der Hand zu gleiten. Während die so genannte Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank die Verabschiedung noch härterer Sparmaßnahmen für die Auszahlung weiterer Rettungsgelder fordert, gehen immer mehr Bürger des Landes auf die Straße, um sich diesen Maßnahmen zu widersetzen. Wie der Premierminister Papandreou gestern ankündigte, könnte es in seinem Land schon bald zu einer Volksabstimmung darüber kommen, ob die Bevölkerung dazu bereit ist, sich zukünftig noch härteren Sparanstrengungen zu unterwerfen. Sollte dies nicht der Fall sein, hat die griechische EU-Kommissarin Maria Damanaki die weitere Entwicklung schon einmal vorgezeichnet. Griechenland bleibe dann nichts anderes übrig, als die Eurozone zu verlassen und wieder zur ehemaligen Landeswährung Drachme zurückzukehren. Derartige Kommentare sind es, die die physischen Käufe von Edelmetallen unter Indiens Investoren auf einem anhaltend hohen Niveau verharren lassen. Sollte Griechenland einen Zahlungsausfall auf seine Staatsschulden erklären, muss mit dem Ausbruch einer neuen Finanzkrise gerechnet werden, da vor allem Europas Banken und Versicherer durch den sich anschließenden Haircut schwer getroffen würden.

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