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Gestern veröffentlichte das World Gold Council seine „Goldnachfrage Trends' für das vierte Quartal 2011. Die Publikation des WGC ist nach eigenen Angaben „die sektorweit führende Datenquelle zur globalen Goldnachfrage.“ Die wichtigsten Zahlen sind unter anderen folgende: Im letzten Jahr erreichte die Golfnachfrage mit insgesamt 4.067,1 Tonnen den höchsten Stand seit 1997. Die Investitionsnachfrage stieg um 5% und erreichte damit einen neuen Rekordstand von 1.640,7 Tonnen. Die Goldproduktion stieg um 4% und verzeichnete mit 2.809,5 Tonnen Gold einen neuen Jahresrekord.
Die recycelten Goldmengen, die die Differenz zwischen der Goldproduktion und der jährlichen Gesamtnachfrage ausgleichen, sanken um 2%. Der Statistik zufolge sanken die Recyclingmengen das zweite Jahr in Folge, nachdem sie im Jahr 2009 mit 1.694,7 Tonnen einen vorläufigen Spitzenstand erreicht hatten. Man darf jedoch nicht vergessen, dass noch im Jahr 2002 nur knapp 800 Tonnen recyceltes Gold für die Nachfrage verfügbar waren. Noch verkaufen die Menschen ihr Gold gegen Geld, anstatt es als Wertspeicher und Mittel zur Steigerung ihrer Kaufkraft zu halten. Das deckt sich mit den Beobachtungen, die man jedes Mal beim Besuch eines lokalen Einkaufszentrums machen kann: Häufig findet man Kiosks oder Läden, in denen man sein Gold gegen Barbezahlung verkaufen kann, aber kaum jemand interessiert sich für die entgegengesetzte Transaktion.
Wie sich zeigt, gibt es globale Abweichungen bei der Nachfrage und den Recyclingmengen. Europa, Nordamerika und Japan hatten einen starken Anstieg des Goldrecyclings zu verzeichnen, wohingegen die Mengen in Ländern wie China, Indien und der Türkei sanken. Während die Nachfrage (in US-Dollar) nach Münzen und Barren in Europa insgesamt stieg, sank sie in den USA um 5%. Der Großteil der Investmentnachfrage stammt aus Asien, besonders auch China, Indonesien, Thailand, Vietnam und der Türkei. Auch das deckt sich wieder mit Berichten, dass die Menschen dieser Länder viel stärker als ihre westlichen Mitmenschen dazu neigen, Gold als Geld zu betrachten.
Auch die Goldkäufe durch Zentralbanken unterstreichen diese Ost-West-Spaltung: Die westlichen Zentralbanken haben zwar ihre Goldverkäufe eingestellt (der Goldverleih ist ein anderes Thema), zählen aber nicht zu den Käufern. Die Zentralbanken in Asien und Lateinamerika hingegen akkumulieren offensiv Gold. Allein im Jahr 2011 waren es 439,7 Tonnen. Gegenüber 2010, als die Nachfrage gerade einmal 77 Tonnen betrug, stieg die Nachfrage der Zentralbanken dieser Länder also um satte 570%. Das WGC merkt dazu an: „Die Käufer kommen alle aus Lateinamerika, Asien und dem Fernen Osten, wo im Grunde starkes Wachstum, Haushaltsüberschüsse und steigende Devisenreserven zu verzeichnen sind“.
Welche grundlegenden Aussagen hat dieser Report also zu bieten? Während die Goldnachfrage schrittweise wächst, bleibt das Angebot beschränkt. Da die Gesamtnachfrage nach Gold im Jahr 2011 einen Wert von gerade einmal 205,5 Milliarden Dollar hatte (eine verschwindend geringe Menge verglichen mit anderen Finanzanlagen), bleibt in den kommenden Jahren noch viel Raum für eine stetig steigende Goldnachfrage. Steigende Goldpreise sind absehbar.
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