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Fiat-Welt: Von der Unmöglichkeit der Wirtschaftlichkeitsrechnung

2013-FEB-11

Pile of money Ziel akkurater Buchführung ist es, die Eigenkapitalbasis jederzeit feststellen zu können – wie auch alle Veränderungen in Bezug auf einen früheren Zeitpunkt. Damit solche Vergleiche über die Zeit hinweg überhaupt Aussagekraft haben, sollte der dabei eingesetzte Maßstab – Geld – konstant bleiben. Nur so können die Preise von Investitionsgütern, Verbrauchsgütern und Dienstleistungen deren Wertänderungen widerspiegeln, und den Unternehmern als wichtige Signale dienen. Durch instabiles Fiat-Geld verlieren Marktsignale einen großen Teil ihrer Aussagekraft.

Unternehmer machen sich in der Regel keine großen Sorgen darüber. In der Regel arbeiten sie auf Grundlage interner Buchführung und monatlich erstellten Berichten; Währungsentwertung fällt über diese kurzen Zeiträume hinweg aber nicht auf (oder nur in monetären Extremfällen). Unternehmer sollten diesem Problem aber Aufmerksamkeit schenken, weil die Akkumulation unternehmerischen Vermögens über Jahre hinweg geschieht. Aufgrund von Kaufkraftschwankungen instabiler Währungen kann sich dessen Wert aber signifikant ändern.

Staaten wie Großbritannien haben einen großen Teil ihrer verarbeitenden Industrie durch Währungsentwertung zerstört, Deutschland kann hingegen auf eine Geschichte verweisen, die von hervorragenden industriellen/ technischen Leistungen sowie einer stabilen Währung geprägt ist. Die deutschen Unternehmer hatten in den Nachkriegsjahren eine relativ sichere Grundlage für Wirtschaftlichkeitsrechnung, die ihnen den Aufbau produktiven Vermögens ermöglichte. Die britische Unternehmenslobby ermutigte hingegen die britischen Regierungen, die Kosten durch die Abwertung des Pfunds zu drücken, anstatt in eine effizientere Produktion zu investieren.

Kostensenkung durch Währungsmanipulation ist, freundlich formuliert, nichts anderes, als der arbeitenden Bevölkerung die Kaufkraft ihrer Löhne zu stehlen. Ökonomisch betrachtet, besteht die Arbeiterschaft im Grunde aus Einzelunternehmern, die ihre Fähigkeiten und ihre Arbeitsleistung an die Unternehmer verkaufen. Sie sind die ahnungslosen Opfer der Entwertung, wie auch die Kleinunternehmen, während sich die währungsmanipulierenden Zentralplaner – zumindest vorübergehend – gegenseitig zur Rettung von Arbeitsplätzen gratulieren.

Die Kosten schlagen erst später zu Buche; sie werden schließlich von den Verbrauchern getragen (die wiederum auch Unternehmer und Sparer sind) und zwar in Form steigender Preise und des Wertverlusts der Ersparnisse, verursacht durch niedrige Verzinsung und sinkenden Geldwert. Aber wo liegt der Vorteil?

Es gibt keinen. Nationen, deren Regierungen werthaltiges, stabiles Geld respektieren – wie beispielsweise Deutschland und Japan in den Nachkriegsjahren – können auf stetigen wirtschaftlichen Fortschritt verweisen, trotz der ansonsten ökonomisch inkompetenten Regierungen. Gegenbeispiele sind Großbritannien und andere europäische Staaten, deren ständige Währungsentwertungen von unterdurchschnittlicher ökonomischer Leistung begleitet waren. Seither treiben aber alle Regierungen die Währungsentwertung verstärkt voran. Es ist nichtsdestotrotz frappierend, inwieweit sich Unternehmen mit einer stabilen Währung langfristig besser entwickeln als jene, die in den angeblichen Genuss stetiger Währungsabwertungen kommen.

Für heutige Ökonomen ist diese Lehre allerdings nicht mehr augenscheinlich, denn Japan scherte vor 20 Jahren aus, und Deutschland gab seine Währung zugunsten des Euro auf, und die Problemlage hat sich allgemein verschärft. Wer aber begreift, dass Währungsentwertung allein dazu dient, den Großteil der Gesellschaft zu hintergehen, muss jetzt wohl mit Erschrecken beobachten, dass die Regierungen fast aller fortgeschrittenen Wirtschaften in einen gegenseitigen Wettkampf eingetreten sind, bei dem die eigenen Bürger auf diese Weise ausgenommen werden.

Dieser Ansatz wird keine Erholung erzeugen, an deren Ende eine neugeborene Wirtschaft steht. Im Gegenteil, er ist gerade am Scheitern, eben weil die eigentliche Grundlage jeglicher Wirtschaftlichkeitsrechnung zerstört wurde. Wer weiß heute noch, was welchen Wert hat? Wir wissen jedoch, welches Ende dieser Wahn nehmen muss; und es ist kein schönes Ende.

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